- All
- Favorite
- Popular
- Most rated
Ein persönliches Projekt mit zwei Weinländern
Bodega Reta steht für das persönliche Weinprojekt von Marcelo Retamal, der in der Weinwelt als chilenischer Produzent bekannt ist. Das Projekt arbeitet nicht nur in Chile, sondern auch in drei spanischen Regionen: Sanlúcar de Barrameda, Rioja und Sierra de Salamanca. Dadurch entsteht kein allgemein gehaltenes internationales Sortiment, sondern eine Folge klar verorteter Herkünfte und Ideen.
Palomino, Albariza und Flor in Sanlúcar
Die Linie TA/MIRA führt nach Sanlúcar de Barrameda. Ihre Grundlage bilden alte Palomino-Reben im Pago de Miraflores, dessen Albariza-Böden ausdrücklich zum Herkunftsbild gehören. M-2 greift eine andere Facette dieser Region auf: Der Wein wird als klassischer Weißwein beschrieben und ausdrücklich nicht als aufgespriteter Wein. Seine Herstellung arbeitet mit Florhefekontakt in Manzanilla-Fässern sowie in Barriques und Fudern. Damit steht bei Bodega Reta nicht die Nachahmung eines festgelegten Stils im Vordergrund, sondern eine eigene Interpretation dieser Weinbereitung ohne Aufspritung.
Rioja und Sierra de Salamanca als eigenständige Kapitel
TA/RILLA basiert auf einem alten, hoch gelegenen Garnacha-Weinberg in der Rioja Alta. Das Etikett verweist auf die Fibonacci-Folge beziehungsweise den Goldenen Schnitt und verbindet dieses Motiv mit sieben Daten, die für das Projekt von Bedeutung sind. Die Gestaltung ist damit mehr als eine dekorative Formel: Sie trägt einen persönlichen zeitlichen Bezug in die Erscheinung des Weins.
Auch TA/RRAZ besitzt einen ausdrücklich familiären Bezug. Auf dem Etikett ist die Großmutter von Marcelo Retamal zu sehen, die aus der Sierra de Salamanca stammt. Die Region erscheint dadurch nicht nur als geografische Angabe, sondern als Teil der persönlichen Erzählung hinter diesem Projekt – ohne dass daraus eine pauschale Stilbehauptung über die Herkunft abzuleiten wäre.
Wofür Bodega Reta steht
Die unterscheidenden Merkmale liegen bei Bodega Reta in der Verbindung von Produzentenpersönlichkeit, mehreren präzise benannten Regionen und individuellen Herstellungs- und Gestaltungsideen. Wer sich mit der Marke beschäftigt, begegnet sowohl chilenischer Herkunft als auch spanischen Weinen, deren Identität über Rebsorte, Boden, Weinbereitung oder familiäre Zeichen erzählt wird. Gerade die Kombination aus Palomino und Florhefekontakt, altem Garnacha aus der Rioja Alta sowie den biografisch aufgeladenen Etiketten macht das Projekt als eigenständige Arbeit von Marcelo Retamal lesbar.