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Cantina Santadi entstand am 24. Oktober 1960 als Cantina Sociale di Santadi. 27 Winzer schlossen sich damals im Sulcis zusammen – nicht als historischer Familienbetrieb, sondern ausdrücklich in einer genossenschaftlichen Struktur. Santadi beschreibt das Sulcis als Grundlage ihrer Identität und ihre Weine als unterschiedliche Ausdrucksformen dieses Gebiets.
Vom offenen Wein zur abgefüllten Herkunft
Die Entwicklung der Kellerei lässt sich als Wandel des Produktionsmodells beschreiben. Auf die ursprüngliche Erzeugung von offenem Wein folgte eine Produktion abgefüllter Weine, die nach Angaben der Cantina auf fünf Kontinenten Anerkennung fanden. Entscheidend ist dabei weniger eine möglichst breite Stilbehauptung als der Anspruch, das Sulcis in unterschiedlichen Intensitäten und Stilen zu erzählen. Die Marke verbindet damit genossenschaftliche Herkunft mit einer klarer profilierten Flaschenweinproduktion.
Carignano und Giacomo Tachis
Eine wichtige historische Prägung erhielt Cantina Santadi durch die langjährige Zusammenarbeit mit Giacomo Tachis. Die Kellerei verbindet seinen Beitrag besonders mit der Aufwertung des Carignano im Sulcis. Carignano ist damit nicht bloß eine Rebsortenangabe im Markenkontext, sondern steht für einen Abschnitt, in dem die önologische Arbeit der Cantina die Wahrnehmung dieser sardischen Herkunft stärker in den Mittelpunkt rückte. Die Verbindung zu Tachis gehört deshalb zu den zentralen Orientierungspunkten für das Verständnis der Marke.
Wurzelechte Reben als regionales Erbe
Cantina Santadi gibt an, rund 150 Hektar wurzelechter Reben im Sulcis zu bewahren, und bezeichnet sie als besonders seltenes regionales Erbe.
Wer Cantina Santadi einordnet, begegnet folglich drei eng verbundenen Ebenen: der Gründung durch 27 Winzer, der Verankerung im Sulcis und einer Entwicklung vom offenen Wein hin zu abgefüllten Weinen mit internationaler Anerkennung. Die Carignano-Tradition, die Zusammenarbeit mit Giacomo Tachis und die Bewahrung wurzelechter Reben geben dieser kooperativen Kellerei ein klar konturiertes historisches Profil.