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Ein Médoc-Château mit mittelalterlichen Wurzeln
Die Geschichte von Château Cantemerle reicht nach eigener Überlieferung zu einer mittelalterlichen befestigten Anlage zurück. Für den Weinberg sind erste Spuren aus dem Jahr 1354 dokumentiert. Diese lange Zeitachse gehört zur Identität des Guts ebenso wie seine Lage in Macau im Médoc: Der Weinberg erstreckt sich über 98 Hektar und umgibt das Château.
Historisch bemerkenswert ist Cantemerles Verhältnis zur Klassifikation von 1855. Das Gut wurde nicht in der ursprünglichen Liste geführt, sondern später offiziell in die Klassifikation der Médoc-Grands-Crus aufgenommen. Damit nimmt es innerhalb dieser bis heute prägenden historischen Ordnung eine Sonderstellung ein.
Kiesböden rund um das Château
Die Reben wachsen auf silikatischen Kiesböden. Das Château führt diese geologische Prägung auf Material zurück, das durch die Garonne im Zusammenhang mit der Erosion der Pyrenäen abgelagert wurde. Die Bodenbeschreibung bezeichnet damit eine konkrete Grundlage des Weinbergs, ohne den Charakter eines einzelnen Jahrgangs vorwegzunehmen.
Erneuerung und heutige Leitung
1981 erwarb die SMABTP-Gruppe Château Cantemerle. In der Folge wurden Weinberge, Keller und das Château umfassend erneuert. Seit 2021 steht Laure Canu an der Spitze des Betriebs; die aktuelle Entwicklung wird ausdrücklich mit der Bewahrung der historischen Identität des Orts verbunden.
Zum heutigen Projekt zählt zudem mehr als die Arbeit im Weinberg: Château Cantemerle nennt Biodiversität sowie die Pflege seines Park- und Landschaftsraums als feste Bestandteile. So wird die historische Anlage nicht allein als Kulisse verstanden, sondern als Umfeld, das in die gegenwärtige Arbeit des Guts einbezogen ist.