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Ein Loire-Weingut mit altem Rebbestand
Die Entstehung von Clau de Nell geht auf das Umfeld der 2006 gegründeten Gesellschaft CLAC zurück, an der Anne-Claude Leflaive, Christian Jacques sowie Claude und Lydia Bourguignon beteiligt waren. 2008 erwarben Anne-Claude Leflaive und Christian Jacques das Weingut in Ambillou-Château.
Die Domaine nennt für ihre Weinberge Böden aus Lehm, Feuerstein und Tuffstein. Ein wesentlicher Teil ihrer Identität liegt außerdem im Alter der Reben: Im Durchschnitt sind sie etwa 60 Jahre alt, einige Rebstöcke sind über hundert Jahre alt. Zum ursprünglichen Bestand gehörten Cabernet Franc, Grolleau und Cabernet Sauvignon; später kamen Chenin-Parzellen hinzu.
Biodynamie als Arbeitsprinzip
Biodynamie ist bei Clau de Nell ausdrücklich Teil der Weinbergs- und Betriebsphilosophie. Sie bezeichnet eine Form der Bewirtschaftung und ist nicht mit einem automatisch festgelegten Geschmacksbild gleichzusetzen. Für den Grolleau dokumentiert das technische Datenblatt biodynamische Praktiken, darunter pflanzliche Aufgüsse und Präparate in Orientierung am Mondkalender.
Grolleau als Rotwein gedacht
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Grolleau. Die Rebsorte wird laut Domaine häufig mit Rosé in Verbindung gebracht; Clau de Nell entschied sich jedoch, sie wie andere rote Sorten zu behandeln und daraus einen fruchtigen, tiefen Rotwein zu erzeugen. Damit steht nicht die übliche Verwendung der Sorte im Vordergrund, sondern ihre eigenständige Ausprägung als Rotwein.
Das technische Datenblatt beschreibt für diesen Wein eine Handlese mit Selektion, die Vergärung mit spontanen Hefen und eine Maischestandzeit von ungefähr 30 Tagen. Maischestandzeit bezeichnet den Kontakt von Most und Beerenschalen während der Rotweinbereitung; sie ist für Farbe und Gerbstoffe von Bedeutung. Der Grolleau wird ohne Filtration und ohne Schönung abgefüllt. Diese beiden Schritte können der Klärung und Stabilisierung eines Weins dienen, werden hier jedoch ausgelassen.
Orientierung innerhalb der Domaine
Clau de Nell verbindet einen historisch gewachsenen Rebbestand mit Sorten, die unterschiedliche Facetten der Loire zeigen: Chenin ergänzt die weißen Parzellen, während Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Grolleau zum roten Rebsortenspektrum gehören. Gerade der Grolleau veranschaulicht den individuellen Ansatz der Domaine besonders deutlich: nicht als bloße Rosé-Rebsorte verstanden, sondern als Grundlage eines eigenständigen Rotweins.