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Vom Joseph-Chamonard-Betrieb zur Chanudet-Generation
Die Geschichte der Domaine beginnt mit Joseph Chamonard. 1989 ging sein historischer Betrieb an seine Tochter Geneviève und ihren Ehemann Jean-Claude Chanudet über. So erklärt sich die Verbindung der Bezeichnungen Chamonard und Chanudet: Sie verweist auf eine über mehrere Generationen gewachsene Familiengeschichte und nicht auf voneinander unabhängige Erzeuger.
Jean-Claude Chanudet ist eine prägende Figur der Domaine. Die Bezeichnung „Le Chat“ gehört zu seiner dokumentierten Markengeschichte. Über den einzelnen Betrieb hinaus steht sein Name für eine wichtige Phase im Beaujolais: Gemeinsam mit Jean Foillard und weiteren Winzern wird Chanudet jener Gruppe zugerechnet, die in den 1980er- und 1990er-Jahren zum Aufstieg der französischen Naturweinbewegung beitrug. Das ist eine historische Einordnung der Winzerpersönlichkeit und keine pauschale Zertifizierung jeder einzelnen Abfüllung.
Gamay aus Morgon und Fleurie
Der Weinbau umfasst laut Fachprofil 5,5 Hektar. Der überwiegende Teil liegt in Morgon, ein kleinerer Anteil in Fleurie. Beide Crus sind als AOC-Appellationen des Beaujolais dokumentiert und werden bei Domaine Chamonard aus Gamay erzeugt. Damit ist das Profil der Domaine klar auf zwei Herkünfte konzentriert: Morgon bildet den Schwerpunkt, Fleurie erweitert ihn um eine zweite, eigenständige Cru-Appellation.
Die Herkunftsbezeichnungen sind dabei mehr als reine Stilbegriffe. Sie ordnen die Weine innerhalb des Beaujolais regional und appellationsrechtlich ein. Für die Einordnung einer Flasche sind deshalb neben dem Namen der Domaine vor allem Cru, Jahrgang und konkrete Cuvée relevant.
Überschaubare Struktur und eigene Etikettengeschichte
Ein aktuelles Fachprofil nennt rund 30.000 Flaschen Jahresproduktion, manuelle Lese und weiterhin 5,5 Hektar Rebfläche. Die Flaschenzahl ist als zeit- beziehungsweise jahrgangsabhängige Angabe zu verstehen, vermittelt aber die Größenordnung eines kleinen, klar fokussierten Familienbetriebs.
Zur dokumentierten Portfoliohistorie gehört außerdem „Droit de Veto“, eine eigenständige Fleurie-Cuvée. Der ungewöhnliche Name wird mit dem veterinärmedizinischen Hintergrund von Jeanne Chanudet verbunden. Er ergänzt die geografisch geprägten Bezeichnungen Morgon und Fleurie um eine persönliche Linie innerhalb der Markengeschichte.