Domaine Perrot Minot

Domaine Perrot-Minot: präziser Pinot Noir aus der Côte de Nuits

Domaine Perrot-Minot steht für Pinot Noir aus einigen der bekanntesten Dörfer und Climats der Côte de Nuits. Das Familienweingut in Morey-Saint-Denis verbindet alte Reben, niedrige Erträge, zertifizierten biologischen Weinbau, eine sehr strenge Traubenauswahl und eine zurückhaltende Kellerarbeit. Ziel sind keine möglichst schweren Burgunder, sondern klare, duftige und fein strukturierte Weine, die ihre jeweilige Lage erkennbar machen.

Categories
Auf dieser Kategorieseite sind aktuell zwei deutlich unterschiedliche Herkunftsstufen sichtbar: Morey-Saint-Denis Premier Cru La Riotte 2020 und Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru 2018. Beide werden aus Pinot Noir erzeugt, stammen aber aus verschiedenen Gemeinden, Climats und Jahrgängen. La Riotte liegt in Morey-Saint-Denis und zeigt als Premier Cru häufig eine Verbindung aus roter und dunkler Kirsche, Veilchen, Gewürzen, Erde und einer festen, zugleich feinen Struktur. Chambertin-Clos de Bèze gehört zu den Grand Crus von Gevrey-Chambertin und kann kraftvoller, tiefer und langfristiger angelegt sein. Die offizielle Sortimentsübersicht des Erzeugers kennzeichnet die Clos-de-Bèze-Cuvée als Wein aus zugekauften Trauben, deren Lese und Verarbeitung unter der Verantwortung des Hauses erfolgen.
Aktuell sichtbarer Wein Herkunft und Stil Geeignet für
Morey-Saint-Denis Premier Cru La Riotte 2020 Premier-Cru-Pinot-Noir mit dunkler Kirsche, Blüten, Würze, Erde und präziser Spannung Ente, Kalb, Lamm, Pilze, feine Wildgerichte und weitere Flaschenreife
Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru 2018 Tiefer, konzentrierter und sehr langlebiger Grand Cru mit Frucht, Gewürzen, Unterholz und feinem Tannin Taube, Wildgeflügel, Rinderfilet, Trüffel, festliches Menü und langfristige Lagerung
Wer Côte de Nuits, Côte de Beaune und weitere europäische Herkünfte zunächst einordnen möchte, findet in unserem Ratgeber zu den wichtigsten Weinregionen Europas einen verständlichen Überblick. Entdecke jetzt die aktuell verfügbaren Weine von Domaine Perrot-Minot auf dieser Seite und wähle zwischen der würzigen Präzision von La Riotte und der tiefen, langfristig angelegten Struktur von Chambertin-Clos de Bèze.

Zwölf Generationen Weinbau in Morey-Saint-Denis

Familiengeschichte seit dem 18. Jahrhundert

Die Wurzeln des Weinguts reichen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Die heutige Domaine entstand über mehrere Familienlinien und Generationen, die Weinberge in Morey-Saint-Denis, Chambolle-Musigny und weiteren Gemeinden der Côte de Nuits bewahrten und ergänzten. Historische Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert bilden bis heute den Sitz des Weinguts in Morey-Saint-Denis. Die offizielle Familienchronik zählt zwölf Generationen, die mit Reben, Weinbergen und der Interpretation der burgundischen Terroirs verbunden sind. 1993 übernahm Christophe Perrot-Minot die Verantwortung von seinen Eltern Marie-France und Henri. Vor seiner Rückkehr in den Familienbetrieb hatte er mehrere Jahre als Weinmakler gearbeitet und dadurch unterschiedliche Erzeuger, Stile und Märkte kennengelernt. Unter seiner Leitung wurde die Arbeit schrittweise präziser: geringere Erträge, strengere Selektion, sorgfältigere Beobachtung alter Reben, eine stärker parzellenbezogene Weinbereitung und eine klare Abkehr von unnötig dominanter Extraktion oder Fasswirkung.

Ein kleiner Besitz über mehrere berühmte Dörfer

Die Domaine bewirtschaftet heute ungefähr acht Hektar eigene Weinberge. Die Parzellen verteilen sich auf Morey-Saint-Denis, Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée und Nuits-Saint-Georges. Diese geringe Gesamtfläche bedeutet nicht, dass nur wenige Weine entstehen. Im Burgund kann eine Domaine zahlreiche kleine Parzellen in verschiedenen Appellationen besitzen. Jede Fläche wird separat gelesen, vinifiziert und abgefüllt. Das Sortiment reicht vom regionalen Bourgogne Pinot Noir über Village-Weine und Premier Crus bis zu mehreren Grand Crus. Einige Cuvées stammen aus eigenen Weinbergen, andere aus langfristig betreuten oder zugekauften Trauben.

Domaine und zugekaufte Trauben richtig unterscheiden

Der Name Domaine Perrot-Minot erscheint sowohl auf Weinen aus eigenen Rebflächen als auch auf einzelnen Cuvées aus zugekauften Trauben. Das offizielle Sortiment kennzeichnet diese Herkunft ausdrücklich. Zugekaufte Trauben bedeuten nicht automatisch, dass ein Wein beliebig aus dem freien Markt stammt. Christophe Perrot-Minot und sein Team arbeiten bei solchen Parzellen eng mit den Bewirtschaftern zusammen, legen Erntezeitpunkte fest und führen die Lese mit der eigenen Mannschaft durch. Für die genaue Einordnung einer konkreten Flasche gelten dennoch Etikett und aktuelle Produzentenangaben. Die Herkunft der Trauben und die rechtliche Abfüllerbezeichnung können sich zwischen einzelnen Cuvées unterscheiden.

Biologischer Weinbau und kompromisslose Selektion

Alle eigenen Reben sind biologisch zertifiziert

Die eigenen Weinberge der Domaine sind heute biologisch zertifiziert. Das Weingut versteht die Umstellung nicht als isoliertes Marketingmerkmal, sondern als Voraussetzung für lebendige Böden, gesunde Trauben und eine transparente Darstellung der einzelnen Lagen. Synthetische Herbizide werden vermieden. Die Bodenpflege, Begrünung und Bearbeitung werden an Parzelle, Wetter und Reben angepasst. Biologischer Weinbau garantiert allein noch keinen großen Wein. Er schafft jedoch die Grundlage, um Reben und Böden langfristig zu beobachten und Eingriffe möglichst genau auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen.

Niedrige Erträge statt maximaler Menge

Die offizielle Domaine nennt durchschnittliche Erträge von ungefähr 25 bis 30 Hektolitern pro Hektar. Das liegt für viele burgundische Appellationen deutlich unter den zulässigen Höchstmengen. Niedrige Erträge entstehen durch alte Reben, natürliche Bedingungen, gezielte Laubarbeit, Ausdünnung und sehr strenge Auswahl. Die Domaine betont, dass selbst bei Grand-Cru-Trauben fehlerhafte oder nicht vollkommen passende Beeren aussortiert werden. Weniger Trauben bedeuten nicht automatisch mehr Qualität. Entscheidend ist, ob die verbleibenden Früchte gesund, ausgewogen und physiologisch reif sind. Zu starke Ertragsreduktion kann in heißen Jahren auch zu überreifen oder unausgewogenen Trauben führen.

Alte Reben als wichtiger Teil des Stils

Viele Perrot-Minot-Parzellen besitzen alte bis sehr alte Reben. Bei einzelnen Lagen reichen die Bestände weit über 50 Jahre hinaus, teilweise bis in den Bereich von 80, 90 oder mehr Jahren. Alte Reben liefern häufig geringere Mengen und besitzen ein weit verzweigtes Wurzelsystem. Dadurch können sie unterschiedliche Bodenbereiche erschließen und Trockenperioden besser überstehen. Rebalter ist dennoch kein alleiniger Qualitätsbeweis. Gesundheit, Pflanzenmaterial, Boden, Ertrag und Pflege sind ebenso wichtig. Eine schwache alte Rebe ist nicht automatisch wertvoller als eine gut angepasste jüngere Pflanze.

Pinot Noir als empfindlicher Übersetzer der Lage

Helle Farbe bedeutet nicht wenig Tiefe

Pinot Noir besitzt dünne Beerenschalen und erzeugt häufig hellere Rotweine als Cabernet Sauvignon, Syrah oder Tempranillo. Farbe und Konzentration sind jedoch nicht dasselbe. Ein großer roter Burgunder kann trotz transparenter rubinroter Farbe intensive Aromen, feines Tannin, lebendige Säure und große Länge besitzen. Typische junge Eindrücke sind Kirsche, Himbeere, Erdbeere, Brombeere, Veilchen und Gewürze. Mit der Reife können Unterholz, Leder, Tee, Pilze, Wildkräuter und getrocknete Blüten hinzukommen.

Pinot Noir reagiert stark auf Boden und Mikroklima

Die Rebsorte zeigt Unterschiede zwischen Parzellen besonders deutlich. Hangneigung, Ausrichtung, Höhe, Kalk, Mergel, Lehm, Wasserhaushalt und Wind verändern Reife und Struktur. Ein Wein aus Morey-Saint-Denis kann kräftiger und würziger wirken als ein besonders seidiger Chambolle-Musigny. Ein Grand Cru aus Gevrey-Chambertin kann mehr Tiefe, Tannin und Länge entwickeln als ein regionaler Bourgogne. Solche Beschreibungen sind Orientierungen und keine starren Geschmacksregeln. Jahrgang und Arbeit des Erzeugers können den Charakter ebenso stark beeinflussen. Mehr über Pinot Noir und andere rote Rebsorten erfährst du in unserem Ratgeber Rebsorten einfach erklärt.

Säure, Tannin und Alkohol im Gleichgewicht

Pinot Noir lebt weniger von massivem Tannin als von einer feinen Verbindung aus Säure, Frucht, Duft und Textur. In warmen Jahren kann die Sorte reifere dunkle Frucht und mehr Alkohol zeigen. Zu frühe Lese führt dagegen möglicherweise zu grünen, harten oder dünnen Weinen. Zu späte Lese kann Frische und Lagenpräzision mindern. Domaine Perrot-Minot entscheidet deshalb den Erntetermin parzellenweise und arbeitet mit einer großen Lesemannschaft, damit ein geeignetes Zeitfenster schnell genutzt werden kann.

Morey-Saint-Denis: zwischen Gevrey und Chambolle

Kleine Gemeinde mit vielen bedeutenden Climats

Morey-Saint-Denis liegt in der Côte de Nuits zwischen Gevrey-Chambertin im Norden und Chambolle-Musigny im Süden. Die Appellation umfasst Village-Lagen, 20 Premier-Cru-Climats und mehrere eigenständige Grand-Cru-Appellationen. Die Rotweine werden vor allem aus Pinot Noir erzeugt. Stilistisch können sie die Kraft und Würze von Gevrey mit einem Teil der floralen Feinheit von Chambolle verbinden. Typisch sind Kirsche, schwarze Johannisbeere, Brombeere, Veilchen, Gewürze und erdige Aromen. Mit Flaschenreife kommen häufig Unterholz, Leder, Pilze und Wildnoten hinzu.

Kalk und Mergel auf dem Hang

Die Weinberge liegen an den Hängen der Côte d'Or. Kalkstein, Mergel und unterschiedliche Lehmanteile wechseln auf kurzer Distanz. Obere Hangbereiche besitzen häufig flachere und steinigere Böden. Mittlere Lagen verbinden gute Entwässerung mit ausreichend Lehm und gelten deshalb für viele Climats als besonders günstig. Die Bezeichnung „mineralisch“ beschreibt keinen direkten Geschmack gelöster Steine. Gemeint ist meist ein Eindruck aus Säure, Trockenheit, Würze und einer straffen, präzisen Textur.

La Riotte: Premier Cru oberhalb des Dorfes

Ein kleines Climat von Morey-Saint-Denis

La Riotte ist ein Premier-Cru-Climat von Morey-Saint-Denis. Es liegt am Hang in der Nähe bedeutender Nachbarlagen und wird nahezu vollständig mit Pinot Noir bepflanzt. Der Name wird mit einem kleinen Weg oder einer schmalen Gasse in Verbindung gebracht. Wie bei vielen burgundischen Climats verweist die historische Bezeichnung auf lokale Gelände- oder Nutzungsmerkmale. Die Lage kann einen konzentrierten, würzigen und dennoch präzisen Morey-Saint-Denis hervorbringen. Dunkle Kirsche, Brombeere, Veilchen, Pfeffer, Erde und eine kalkig wirkende Spannung sind typische Orientierungspunkte.

Alte Reben und geringe Flaschenzahl

Perrot-Minots La-Riotte-Parzelle ist für alte Reben und geringe Erträge bekannt. Die produzierte Menge bleibt entsprechend klein. Das Alter der Reben trägt zur Konzentration bei, doch die klare Textur entsteht ebenso durch Auswahl, Erntezeitpunkt, Gärung und zurückhaltenden Ausbau. Auf dem Etikett einer einzelnen Flasche kann die Zahl der erzeugten Flaschen angegeben sein. Diese Menge variiert mit Jahrgang, Ertrag und Selektion.

Der Jahrgang 2020

2020 war im Burgund warm, trocken und früh. Viele Pinot-Noir-Trauben erreichten rasch Farbe und Reife. Gute Erzeuger mussten genau darauf achten, genügend Frische und aromatische Präzision zu bewahren. La Riotte 2020 kann deshalb reife rote und dunkle Frucht mit floralen Noten, Gewürzen und einer lebendigen Säure verbinden. Das Tannin wirkt in der Jugend deutlich, aber feinkörnig. Der Wein besitzt bereits erste Flaschenentwicklung, bleibt jedoch jung. Eine gut gelagerte Flasche kann sich weiter in Richtung getrocknete Blüten, Tee, Pilze, Erde und feine Wildnoten verändern.

Chambertin-Clos de Bèze: Grand Cru aus Gevrey-Chambertin

Eine der historischen Spitzenlagen der Côte de Nuits

Chambertin-Clos de Bèze ist eine eigenständige Grand-Cru-Appellation in der Gemeinde Gevrey-Chambertin. Sie liegt am mittleren Hang direkt neben Chambertin. Die Geschichte des Clos reicht bis in die frühe Klosterzeit zurück. Der Name erinnert an die Abtei von Bèze, deren Mönche den Weinberg über viele Jahrhunderte prägten. Die Appellation ist ausschließlich für roten Wein vorgesehen. Pinot Noir ist die entscheidende Rebsorte, auch wenn die Herkunftsregeln geringe traditionelle Beimischungen weiterer zugelassener Sorten erlauben können.

Kraft und Duft müssen zusammenkommen

Clos de Bèze wird häufig als kraftvoll, tief und zugleich besonders duftig beschrieben. Schwarze Kirsche, Brombeere, Cassis, Veilchen, Lakritz, Gewürze, Moos und Unterholz können sich im Laufe der Reife entwickeln. Ein Grand Cru muss nicht dunkel, schwer oder stark holzbetont sein. Seine Größe zeigt sich häufig in Länge, innerer Spannung, feinem Tannin und der Fähigkeit, über viele Jahre zusätzliche Ebenen zu entwickeln. Junge Flaschen können verschlossen wirken. Die Frucht ist dann präsent, doch Blüten, Gewürze und erdige Details erscheinen erst nach längerer Luft oder Flaschenreife.

Der Jahrgang 2018

2018 war warm und ertragreich, brachte aber bei sorgfältiger Arbeit konzentrierte, reife Pinot-Noir-Trauben hervor. Der Jahrgang kann dunklere Frucht, Fülle und geschmeidige Textur zeigen. Bei Perrot-Minot soll diese Reife nicht zu breiter Süße führen. Präzise Ernte, Selektion und kontrollierte Extraktion bewahren Frische und Lagencharakter. Chambertin-Clos de Bèze 2018 besitzt inzwischen mehrere Jahre Flaschenreife, befindet sich für einen Grand Cru aber weiterhin in einer jungen Phase. Wer ihn öffnet, sollte ihm ausreichend Zeit geben und seine Entwicklung im Glas verfolgen.
Unterschied La Riotte 2020 Chambertin-Clos de Bèze 2018
Gemeinde Morey-Saint-Denis Gevrey-Chambertin
Herkunftsstufe Premier Cru Grand Cru
Rebsorte Pinot Noir Pinot Noir
Grundcharakter Würzig, floral, straff und erdig Tief, kraftvoll, duftig und sehr langlebig
Jahrgang Warm, früh und konzentriert mit lebendiger Frische Warm, reif und großzügig mit dunkler Frucht
Genussorientierung Mittlere bis lange Reife, feines Fleisch und Pilze Langfristige Lagerung, festliches Menü und bewusste Verkostung

Die Weinbereitung bei Perrot-Minot

Handlese zum genauen Zeitpunkt

Alle Trauben werden von Hand gelesen. Eine ausreichend große Mannschaft ermöglicht es, einzelne Parzellen schnell zu ernten, sobald Reife und Wetter passen. Die erste Selektion beginnt bereits im Weinberg. Nur gesunde und geeignete Trauben gelangen in die Kisten. Im Keller folgt eine weitere manuelle Auswahl auf einem langen Sortiertisch. Die Domaine betont, dass Herkunftsrang und möglicher Wert einer Traube bei der Selektion keine Rolle spielen: Nicht passende Früchte werden auch aus Grand-Cru-Partien entfernt.

Teilweise ganze Trauben, teilweise entrappt

Der Anteil ganzer Trauben wird an Jahrgang, Lage und Reife der Stiele angepasst. In manchen Jahren wird ein größerer Teil mit Stielen vergoren, in anderen deutlich weniger. Ganze Trauben können Blütenduft, Gewürze, Frische und zusätzliche Struktur einbringen. Unreife Stiele können dagegen grüne, trockene oder harte Aromen verursachen. Perrot-Minot arbeitet deshalb nicht mit einer starren Formel. Besonders geeignete Trauben können für die Ganztraubenkomponente ausgewählt und sorgfältig zugeschnitten werden.

Sanfte Extraktion statt maximaler Farbe

Die Gärung soll Frucht, Duft und Textur bewahren. Zu kräftiges Unterstoßen oder häufiges Überpumpen könnte dünnschaligen Pinot Noir unnötig hart machen. Die Extraktion wird deshalb nach täglicher Verkostung angepasst. Ein warmer, konzentrierter Jahrgang benötigt eine andere Behandlung als ein kühler, schlanker Jahrgang. Der Wein soll genügend Tannin für Reife besitzen, aber nicht durch grobe Bitterkeit oder eine übermäßig schwere Struktur geprägt werden.

Holz als Rahmen, nicht als Hauptaroma

Die Weine reifen in französischen Eichenfässern. Der Anteil neuen Holzes wird nach Herkunft und Jahrgang gewählt und ist heute deutlich zurückhaltender als in manchen früheren Phasen des Weinguts. Neue Eiche kann Vanille, Toast, Zeder und Gewürze beitragen. Bei einem großen Burgunder sollen diese Aromen mit der Zeit in Frucht und Struktur aufgehen. Ein Premier Cru oder Grand Cru wird nicht allein durch längeren oder stärkeren Holzeinsatz besser. Herkunft, Reben und Balance bleiben wichtiger als eine auffällige Fassnote.

Wie schmecken die Weine von Domaine Perrot-Minot?

Entwicklungsphase Typische Aromen Wirkung im Glas
Sehr jung Kirsche, Himbeere, Brombeere, Veilchen, Gewürze und dezentes Holz Präzise, frisch, tanninbetont und teilweise verschlossen
Beginnende Reife Dunkle Kirsche, getrocknete Blüten, Tee, Kräuter und Erde Runder, komplexer und stärker verbunden
Gereifter Pinot Noir Unterholz, Pilze, Leder, Wildkräuter, Trüffel und getrocknete Früchte Seidig, fein und empfindlicher gegenüber zu viel Luft
La Riotte Kirsche, Brombeere, Veilchen, Pfeffer, Erde und kalkige Spannung Würzig, strukturiert und präzise
Clos de Bèze Schwarze Kirsche, Cassis, Veilchen, Lakritz, Gewürze und Unterholz Tief, kraftvoll, duftig und sehr lang
Aromen wie Leder, Erde, Tee oder Unterholz bedeuten nicht, dass diese Stoffe zugesetzt werden. Sie entstehen während Gärung, Fass- und Flaschenreife. Die Farbe wird mit zunehmendem Alter heller und entwickelt sich von Rubin über Granat zu ziegelroten Tönen. Eine hellere Farbe ist bei gereiftem Pinot Noir normal und kein automatischer Qualitätsmangel. Wer seinen bevorzugten Stil zwischen Frucht, Säure, Tannin und Reife genauer bestimmen möchte, findet im Ratgeber Welcher Wein schmeckt mir? eine praktische Orientierung.

Welcher Perrot-Minot-Wein passt zu deinem Geschmack?

Gesuchter Stil Passende Wahl Warum?
Würzig und präzise La Riotte 2020 Premier-Cru-Struktur mit Blüten, dunkler Kirsche und erdiger Spannung
Tief und langfristig Chambertin-Clos de Bèze 2018 Grand-Cru-Herkunft mit großer Länge und langfristiger Entwicklung
Mehr primäre Frucht La Riotte 2020 Der jüngere Jahrgang zeigt Frucht und florale Noten unmittelbarer.
Mehr erste Flaschenreife Clos de Bèze 2018 Der ältere Jahrgang kann bereits zusätzliche Gewürz- und Erdnoten zeigen.
Feines Menü La Riotte Passt gut zu Ente, Kalb, Lamm und Pilzen.
Besonderer Genussabend Clos de Bèze Benötigt Zeit, große Gläser und ein klar aufgebautes Gericht.
Grand Cru ist nicht automatisch für jeden Anlass die beste Wahl. Ein junger oder verschlossener Clos de Bèze kann bei einem spontanen Essen weniger Freude bereiten als ein bereits offener Premier Cru. La Riotte eignet sich als direkterer Einstieg in den Stil des Hauses. Clos de Bèze richtet sich stärker an Genießer, die Geduld, Lagerbedingungen und genügend Zeit für die Flasche mitbringen.

Welche Speisen passen zu Domaine Perrot-Minot?

Geflügel, Kalb und feines Wild

Speise Passender Wein Warum es harmoniert
Entenbrust La Riotte 2020 Rote Frucht, Säure und feines Tannin begleiten Haut und Fleisch.
Taube Chambertin-Clos de Bèze 2018 Intensives Wildgeflügel trägt Tiefe, Würze und lange Struktur.
Perlhuhn mit Pilzen La Riotte Feines Fleisch und Umami greifen erdige Burgunderaromen auf.
Kalbsrücken La Riotte oder gereifter Clos de Bèze Zartes Fleisch passt zu seidigem Tannin und zurückhaltender Frucht.
Lammrücken La Riotte 2020 Kräuter, Röstaromen und Fleischsaft ergänzen Würze und Säure.
Rinderfilet Clos de Bèze 2018 Mageres, feines Fleisch harmoniert mit einem eleganten Grand Cru.
Rehrücken Clos de Bèze Feines Wildaroma passt zu Unterholz, Gewürzen und dunkler Frucht.
Steinpilze und Trüffel Beide Weine, besonders mit Flaschenreife Umami und erdige Aromen verbinden sich mit gereiftem Pinot Noir.
Pinot Noir ist meist feiner und säurebetonter als ein kräftiger Cabernet. Er passt deshalb besonders gut zu zartem Fleisch und nicht zu süßen, stark rauchigen oder extrem scharfen Saucen. Zu magerem Rinderfilet kann ein Burgunder harmonischer sein als ein sehr tanninreicher Rotwein. Weitere Hinweise nach Fleischstück und Garstufe bietet unser Ratgeber Welcher Wein passt zum Steak?.

Vegetarische Gerichte mit Pilzen und Röstaromen

Perrot-Minot benötigt nicht zwingend Fleisch. Steinpilze, Morcheln, schwarze Trüffel, gebratene Kräuterseitlinge und langsam geschmorte Zwiebeln bieten genügend Tiefe. Auch ein Pilzrisotto oder Linsen mit Wurzelgemüse können passen, wenn die Säure und Gewürze des Gerichts zurückhaltend bleiben. Sehr scharfe Chili, viel Essig oder stark süße Komponenten verdecken die feinen Blüten- und Erdnoten des Weins.

Käse mit Maß auswählen

Weichkäse wie Brie de Meaux, gereifter Camembert oder ein milder Époisses können zu gereiftem Pinot Noir passen. Sehr salziger oder scharfer Blauschimmelkäse ist häufig zu dominant. Ein gereifter Comté funktioniert besonders gut, wenn der Wein bereits nussige und erdige Reifearomen entwickelt hat.

Domaine Perrot-Minot richtig servieren

Nicht bei warmer Zimmertemperatur

La Riotte kann bei ungefähr 14 bis 16 °C eingeschenkt werden. Chambertin-Clos de Bèze zeigt sich meist bei ungefähr 15 bis 17 °C ausgewogen. Der Wein darf sich im Glas langsam erwärmen. Zu hohe Temperatur betont Alkohol und lässt die feine Struktur breiter wirken. Zu starke Kühlung verschließt Blütenduft und Frucht und lässt das Tannin härter erscheinen.

Ein großes Burgunderglas verwenden

Ein Burgunderglas besitzt einen breiten Kelch und eine etwas engere Öffnung. Die große Oberfläche fördert die Entwicklung von Frucht, Blüten und Gewürzen. Der Wein sollte nur bis zur breitesten Stelle eingeschenkt werden. Dadurch bleibt genügend Raum zum Schwenken. Sehr kleine Gläser bündeln Alkohol und Holz zu stark. Ein extrem offenes Glas kann bei einem bereits gereiften Wein dazu führen, dass feine Aromen zu schnell verschwinden.

Junge Flaschen aufmerksam belüften

La Riotte 2020 und Clos de Bèze 2018 können beide von Luft profitieren. Die genaue Dauer sollte nach einer ersten Probe entschieden werden. Wirkt der Wein verschlossen, kann eine Karaffe helfen. Werden Frucht und Blüten klarer, ist die Belüftung sinnvoll. Eine breite Dekantierung über viele Stunden ist nicht automatisch besser. Pinot Noir kann nach einer offenen Phase auch wieder an Frucht und Spannung verlieren.

Gereifte Flaschen vorsichtig behandeln

Ältere Flaschen sollten vor dem Öffnen aufrecht stehen, damit sich mögliches Depot sammelt. Der Korken wird langsam entfernt. Das Dekantieren dient bei gereiftem Pinot Noir vor allem der Trennung vom Bodensatz. Feine Reifearomen können empfindlich auf lange Sauerstoffzufuhr reagieren. Weitere praktische Hinweise zu Temperatur, Glas und Karaffe findest du in unserem Beitrag Wein richtig servieren.

Lagerung und Entwicklung

La Riotte besitzt mittleres bis langes Potenzial

Ein Morey-Saint-Denis Premier Cru aus alten Reben kann sich über viele Jahre entwickeln. La Riotte 2020 besitzt genügend Frucht, Säure und Tannin für weitere Flaschenreife. Wer junge Kirsch- und Veilchennoten bevorzugt, kann den Wein früher öffnen. Liebhaber von Unterholz, Tee, Pilzen und getrockneten Blüten können länger warten. Eine pauschale Trinkfrist wäre dennoch ungenau. Flaschenformat, Korken, Transport und Lagerung verändern die Entwicklung.

Clos de Bèze ist auf lange Reife ausgelegt

Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru besitzt grundsätzlich ein besonders langes Entwicklungspotenzial. Der Jahrgang 2018 verbindet reife Frucht und Struktur und kann über viele Jahre zusätzliche Komplexität gewinnen. Eine junge Flasche muss nicht bereits alle gewünschten Reifearomen zeigen. Ihre Qualität kann sich zunächst durch Länge, Balance und feines Tannin ausdrücken. Wer nur eine einzelne Flasche besitzt, sollte den geplanten Anlass und den bevorzugten Reifestil sorgfältig abwägen.

Kühl, dunkel und konstant lagern

Für eine längere Lagerung sind Dunkelheit, wenig Erschütterung und eine möglichst gleichmäßige kühle Temperatur wichtig. Flaschen mit Naturkork werden liegend aufbewahrt. Große Temperaturschwankungen sind problematischer als eine leicht höhere, aber konstante Temperatur. Direkte Sonne und dauerhaft warme Räume beschleunigen die Reife. Bei älteren oder seltenen Flaschen sollten Füllstand, Kapsel, Korken und mögliche Spuren von Flüssigkeitsaustritt geprüft werden. Mehr zur praktischen Aufbewahrung erklärt unser Ratgeber Wie lange kann ich welchen Wein lagern?.

Domaine Perrot-Minot für besondere Anlässe

  • Feines Entenmenü: La Riotte 2020 zu rosa gebratener Entenbrust und Pilzen
  • Wildgeflügel: Clos de Bèze 2018 zu Taube oder Rehrücken
  • Jahrgangsabend: 2018 und 2020 nebeneinander mit identischen Gläsern
  • Premier-Cru- und Grand-Cru-Vergleich: Herkunftsstufen bewusst parallel verkosten
  • Jubiläum: eine Flasche mit passender Jahrgangsverbindung und geprüfter Lagerhistorie
  • Ruhiger Genussabend: wenige Gäste, ein klares Gericht und ausreichend Zeit im Glas
Ein seltener Grand Cru braucht keine laute Feier. Eine kleine Runde und ein einfaches, präzise zubereitetes Gericht lassen den Wein meist besser wirken. Weitere Orientierung nach Essen, Gästezahl und Stimmung bietet unser Beitrag Welcher Wein passt zu welchem Anlass?.

Häufige Fragen zu Domaine Perrot-Minot

Fragen und Antworten

Wo liegt Domaine Perrot-Minot?

Das Weingut befindet sich in Morey-Saint-Denis in der Côte de Nuits im französischen Burgund.

Seit wann gibt es die Familie im Weinbau?

Die offizielle Geschichte reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück und umfasst zwölf Generationen.

Wer leitet Domaine Perrot-Minot?

Christophe Perrot-Minot übernahm 1993 die Verantwortung von seinen Eltern und führt den Familienbetrieb weiter.

Wie groß ist die Domaine?

Die eigenen Weinberge umfassen ungefähr acht Hektar und verteilen sich auf mehrere Gemeinden der Côte de Nuits.

Welche Rebsorte verwendet Perrot-Minot?

Die roten Weine werden aus Pinot Noir erzeugt. Die auf dieser Kategorieseite sichtbaren Abfüllungen sind rote Pinot-Noir-Weine.

Was bedeutet La Riotte?

La Riotte ist ein Premier-Cru-Climat in Morey-Saint-Denis. Der Name wird mit einem kleinen Weg oder einer schmalen Gasse in Verbindung gebracht.

Was ist Chambertin-Clos de Bèze?

Chambertin-Clos de Bèze ist eine eigenständige Grand-Cru-Appellation in Gevrey-Chambertin und ausschließlich für roten Wein vorgesehen.

Was ist der Unterschied zwischen Premier Cru und Grand Cru?

Grand Cru ist die höchste burgundische Herkunftsstufe und bezeichnet eine eigenständige, besonders angesehene Lage. Premier Cru kennzeichnet klassifizierte Climats innerhalb einer Village-Appellation.

Stammen alle Trauben aus eigenen Weinbergen?

Nein. Das offizielle Sortiment kennzeichnet einzelne Cuvées, darunter Clos de Bèze, als Weine aus zugekauften Trauben. Andere Weine stammen aus eigenen Parzellen.

Was bedeutet biologisch zertifiziert?

Die eigenen Weinberge werden nach zertifizierten Bio-Regeln bewirtschaftet. Für den Zertifizierungsstatus einer konkreten älteren Flasche gelten Etikett und Jahrgangsangaben.

Verwendet Perrot-Minot ganze Trauben?

Je nach Jahrgang und Lage wird ein unterschiedlicher Anteil ganzer Trauben eingesetzt. Reife der Stiele und gewünschte Struktur entscheiden über die Menge.

Wie schmeckt La Riotte?

Typisch sind Kirsche, Brombeere, Veilchen, Gewürze, Erde und eine straffe, präzise Struktur.

Wie schmeckt Chambertin-Clos de Bèze?

Der Grand Cru kann schwarze Kirsche, Cassis, Veilchen, Lakritz, Gewürze, Moos und Unterholz zeigen. Mit Reife wird die Textur zunehmend seidig.

Was unterscheidet 2018 und 2020?

Beide Jahre waren warm. 2018 zeigt häufig mehr Fülle und reife dunkle Frucht, während 2020 besonders konzentriert, früh und zugleich spannungsvoll ausfallen kann.

Bei welcher Temperatur werden die Weine serviert?

La Riotte passt meist bei etwa 14 bis 16 °C, Clos de Bèze bei ungefähr 15 bis 17 °C.

Müssen die Weine dekantiert werden?

Junge, verschlossene Flaschen können von Luft profitieren. Die Dauer sollte nach einer Probe entschieden werden. Gereifte Pinot Noirs werden vorsichtiger behandelt.

Wie lange können die Weine reifen?

La Riotte besitzt ein mittleres bis langes Potenzial. Chambertin-Clos de Bèze kann sich bei guter Lagerung über mehrere Jahrzehnte entwickeln.

Welche Speisen passen zu Perrot-Minot?

Geeignet sind Ente, Taube, Kalb, Lamm, Rinderfilet, Reh, Pilze, Trüffel und nicht zu kräftiger Käse.

Sind die Weine vegan?

Das lässt sich nicht pauschal bestätigen. Maßgeblich sind die Angaben zur Schönung und veganen Eignung der jeweiligen Abfüllung.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Jahrgänge und verfügbare Abfüllungen auf dieser Kategorieseite können sich ändern. Für Rebsorte, Alkoholgehalt, Ausbau, Herkunft der Trauben, Bio-Zertifizierung, Füllmenge, vegane Eignung, Allergene und weitere verbindliche Eigenschaften gelten das konkrete Etikett und die Angaben des jeweiligen Partnershops. Bei gereiften oder seltenen Flaschen beeinflussen Lagerhistorie und Zustand den Genuss wesentlich. Alkohol verantwortungsvoll genießen. Entdecke jetzt die aktuell verfügbaren Weine von Domaine Perrot-Minot auf dieser Seite – vom würzigen Morey-Saint-Denis Premier Cru La Riotte bis zum tiefen und langfristig entwicklungsfähigen Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru.
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