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Lammidia: Kellerarbeit in Villa Celiera
Der Sitz von Lammidia liegt in Villa Celiera, Provinz Pescara, auf etwa 714 Metern Höhe und rund 20 Kilometer von der Adriaküste entfernt. Diese Ortsangaben beschreiben den Standort der Kellerei; die veröffentlichte Weinbergsübersicht weist darüber hinaus Parzellen in mehreren Teilen der Abruzzen aus. Genannt werden Vigna Casanova in Villa Celiera mit 4,2 Hektar und 700 Metern Höhe sowie Weinberge in Ofena und Capodacqua in der Provinz L’Aquila.
Damit ist die Traubenbasis nicht auf einen einzigen Weinberg beschränkt. In den Angaben zu den Parzellen erscheinen unter anderem Montepulciano d’Abruzzo und Pecorino sowie weitere weiße und rote Rebsorten. Welche Kombination jeweils in einen Wein eingeht, lässt sich aus dem Markennamen allein nicht ableiten.
Spontane Gärung und eigene Behälter
Lammidia beschreibt den eigenen Ansatz mit einer bewusst knappen Formel: Wein entsteht aus spontan vergorenen Trauben. Nach den Angaben der Kellerei werden keine weiteren Substanzen zugesetzt; außerdem erfolgen weder Schönung noch Filtration. Diese Entscheidungen betreffen die Herstellung und sind nicht mit einer pauschalen Geschmacksbeschreibung gleichzusetzen.
Besonders eigenständig ist die Ausstattung des Kellers. Lammidia verwendet überwiegend Betonbehälter, die das Team selbst entworfen und gebaut hat. Sie dienen der Fermentation, der Mazeration – also dem Kontakt von Most und Beeren beziehungsweise Schalen – und dem Ausbau. Ergänzend nennt die Kellerei weiße und rote Amphorenweine aus Terrakottagefäßen. Das Gefäß ist damit ein ausdrücklich dokumentierter Teil der Vinifikation, nicht bloß ein Gestaltungselement des Etiketts.
Der Name „La ’mmidia“
„La ’mmidia“ bezeichnet im abruzzischen Dialekt Neid oder den bösen Blick. Die offizielle Erzählung verbindet den Namen mit einem familiären Ritual der Großmutter Antonia: Anlass war eine erste Gärung, die nicht begonnen hatte. Der Ausdruck verweist so zugleich auf die regionale Sprachwelt und auf die Gründungserzählung der Marke.
Für die Einordnung eines konkreten Weins sind deshalb die jeweilige Rebsorte, die Herkunftsparzelle und das verwendete Gefäß aussagekräftiger als ein isolierter Etikettenname. Lammidias dokumentiertes Profil liegt in der Verbindung aus spontaner Gärung, dem Verzicht auf Zusätze, Schönung und Filtration sowie selbst entwickelter Behältertechnik.