M. Chapoutier

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Wer nach M. Chapoutier Wein sucht, sollte deshalb nicht einfach nach dem bekanntesten Etikett auswählen. Viel wichtiger ist die Frage, welchen Stil man sucht: würzigen Syrah aus der nördlichen Rhône, kraftvollen Grenache aus Châteauneuf-du-Pape, einen ungewöhnlich lagerfähigen weißen Marsanne oder einen raren Einzellagenwein für Keller und Sammlung.

Die Handschrift des Hauses lässt sich dabei mit drei Begriffen gut zusammenfassen: Terroir, Parzelle und Biodynamie. Seit Michel Chapoutier Anfang der 1990er-Jahre die Leitung übernahm, wurde die Arbeit mit einzelnen Böden und Weinbergsparzellen stark ausgebaut. Gerade die sogenannten Sélections Parcellaires sollen möglichst präzise zeigen, wie unterschiedlich einzelne Teile einer berühmten Appellation schmecken können.

Wer Syrah und andere wichtige Rebsorten zunächst grundsätzlich nach Geschmack einordnen möchte, findet im Beitrag Rebsorten einfach erklärt eine passende Orientierung.

Die Geschichte von M. Chapoutier beginnt 1808

Die Geschichte reicht bis 1808 zurück. Damals entstand in der Rue de l’Hermitage in Tain zunächst Calvet et Compagnie. Ende des 19. Jahrhunderts kam die Familie Chapoutier ins Unternehmen: 1897 gründeten Marius Chapoutier und Rodolphe Delépine gemeinsam „Delépine et Chapoutier“.

Nach dem Ausscheiden Delépines wurde daraus 1922 Chapoutier et Compagnie. 1929 ließ Marius eine neue Kellerei am Fuß des Hermitage-Hügels errichten. Seit 1955 trägt das Unternehmen den bis heute bekannten Namen M. Chapoutier.

Die moderne Phase begann insbesondere mit Michel Chapoutier. 1989 entstanden die ersten Sélections Parcellaires, 1990 übernahm Michel die Leitung. Ein Jahr später wurde die Biodynamie zu einem zentralen Bestandteil seiner Weinbauphilosophie.

Inzwischen arbeitet erneut eine jüngere Generation im Familienunternehmen: Mathilde und Maxime Chapoutier setzen die Entwicklung gemeinsam mit Corinne und Michel Chapoutier fort.

Das Haus ist heute längst nicht mehr ausschließlich im Rhônetal tätig. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kamen unter anderem Projekte und Besitzungen in Australien, Roussillon, Portugal, Elsass und Spanien hinzu. Die historische und qualitative Kernregion bleibt jedoch die Rhône – insbesondere der Hermitage-Hügel bei Tain-l’Hermitage.

Warum Biodynamie bei Chapoutier eine so große Rolle spielt

Michel Chapoutier begann 1991, biodynamische Methoden auf die Weinberge anzuwenden. Dahinter steht die Überzeugung, dass Wein seinen Charakter in erster Linie im Weinberg erhält und dass ein gesunder, biologisch aktiver Boden den Ausdruck einzelner Terroirs unterstützt.

Das bedeutet nicht, dass jeder Wein mit dem Namen Chapoutier automatisch identisch zertifiziert ist. Beim Kauf sollte deshalb weiterhin auf die konkrete Flasche und ihre Kennzeichnung geachtet werden.

Besonders eng ist die biodynamische Philosophie mit den hochwertigen Parzellenselektionen verbunden. Dort soll möglichst wenig korrigiert oder vereinheitlicht werden. Ziel ist nicht ein Hausgeschmack, der jedes Jahr identisch wirkt, sondern ein Wein, der Unterschiede von Boden, Lage und Jahrgang erkennen lässt.

Warum Chapoutier Braille auf seinen Etiketten verwendet

Ein ungewöhnliches Erkennungsmerkmal vieler Chapoutier-Flaschen sind die erhabenen Braille-Zeichen auf dem Etikett.

Seit 1996 versieht das Haus seine Etiketten mit wesentlichen Weininformationen in Braille. Die Initiative erinnert an Maurice Monier de la Sizeranne, der eine frühe französische Kurzschriftform der Brailleschrift entwickelte und sich für blinde und sehbehinderte Menschen engagierte.

Die Verbindung zur Weinwelt ist unmittelbar: Eine Parzelle, die früher der Familie Monier de la Sizeranne gehörte, gelangte zu Chapoutier. Der bekannte Hermitage-Wein Monier de la Sizeranne trägt bis heute diesen Namen.

Für ein Geschenk ist das ein interessanter Teil der Geschichte hinter der Flasche. Die Brailleschrift ist nicht einfach ein dekoratives Markenelement, sondern hat einen konkreten historischen Hintergrund.

Wie schmecken die Weine von M. Chapoutier?

Es gibt keinen einzigen „Chapoutier-Geschmack“. Dafür arbeitet das Haus mit zu vielen Appellationen, Rebsorten und Bodentypen. Besonders charakteristisch für die historische Heimat sind aber Syrah bei den Rotweinen und Marsanne bei den weißen Hermitage-Weinen.

Syrah von der nördlichen Rhône: dunkle Frucht, Pfeffer und Struktur

Syrah kann an der nördlichen Rhône einen deutlich anderen Charakter zeigen als sehr reife Shiraz-Weine aus warmen Regionen.

Typisch sind je nach Lage und Reife schwarze Johannisbeere, Brombeere, schwarze Kirsche und Pflaume. Hinzu können schwarzer Pfeffer, Veilchen, Oliven, Kräuter, Rauch, Lakritz und mineralisch wirkende Eindrücke kommen.

Mit Flaschenreife können Leder, getrocknete Kräuter, Tabak, Erde, Wild und weitere tertiäre Aromen stärker hervortreten.

Herkunft Typische Orientierung Besonders interessant für
Crozes-Hermitage Syrah mit dunkler Frucht, Würze und häufig etwas früherer Zugänglichkeit Einstieg in die nördliche Rhône und Essen
Saint-Joseph Würzig, frisch und je nach Lage zunehmend strukturiert Syrah-Liebhaber und vielseitige Dinnerweine
Côte-Rôtie Duftig, würzig, strukturiert und häufig sehr fein Erfahrene Syrah-Trinker
Hermitage / Ermitage Tief, strukturiert, mineralisch und für lange Entwicklung geeignet Keller, besondere Anlässe und Sammler

Wer kräftigen Rotwein sucht, aber nur sehr weiche Tannine mag, sollte bei jungen großen Ermitage-Weinen vorsichtig sein. Sie können viel Struktur besitzen und benötigen teilweise Zeit oder Luft.

Hermitage oder Ermitage: Was ist bei Chapoutier der Unterschied?

Gerade bei M. Chapoutier begegnen Käufern beide Schreibweisen: Hermitage und Ermitage.

Beide beziehen sich grundsätzlich auf den berühmten Weinbergshügel an der nördlichen Rhône. Chapoutier verwendet die Schreibweisen allerdings bewusst unterschiedlich.

„Hermitage“ steht beim Haus für Weine, die aus mehreren Parzellen des Hügels komponiert werden. Beispiele sind Monier de la Sizeranne oder der weiße Chante-Alouette.

„Ermitage“ verwendet Chapoutier für seine Sélections Parcellaires – also Weine, die den Charakter einer besonders klar abgegrenzten Parzelle zeigen sollen.

Deshalb heißen einige der bekanntesten Weine beispielsweise:

  • L’Ermite,
  • Le Pavillon,
  • Le Méal,
  • Les Greffieux,
  • De L’Orée.

Für Käufer ist diese Unterscheidung wesentlich hilfreicher als die Annahme, es handle sich lediglich um zwei alternative Schreibweisen auf verschiedenen Etiketten.

Was sind die Sélections Parcellaires?

Michel Chapoutier begann 1989 mit der getrennten Vinifikation besonders charakteristischer Parzellen. Das Haus beschreibt eine solche Sélection Parcellaire sinngemäß als eine fotografische Momentaufnahme eines Terroirs.

Diese Weine stehen deshalb nicht einfach für „mehr Konzentration“ oder eine höhere Produktlinie. Entscheidend ist die enge Herkunft.

Am Hermitage-Hügel zeigen beispielsweise verschiedene Böden sehr unterschiedliche Ausprägungen von Syrah und Marsanne. Granite, Sedimente, Kies und kalkhaltige Bestandteile wechseln teilweise auf engem Raum.

Für erfahrene Weinfreunde ist gerade der Vergleich interessant. Statt lediglich unterschiedliche Jahrgänge desselben Weins zu öffnen, können mehrere Parzellen aus einem ähnlichen Jahrgang nebeneinander verkostet werden.

L’Ermite, Le Pavillon und Le Méal: nicht einfach drei Qualitätsstufen

Die bekannten Namen L’Ermite, Le Pavillon und Le Méal sollten nicht wie Gold-, Silber- und Bronze-Versionen desselben Weins verstanden werden.

Sie stehen für unterschiedliche Parzellen beziehungsweise Terroirs innerhalb des Hermitage-Hügels und können deshalb eigene Ausdrucksformen besitzen.

L’Ermite stammt aus hoch gelegenen Weinbergen rund um die historische Kapelle auf dem Hermitage-Hügel und wird sowohl rot aus Syrah als auch weiß aus Marsanne erzeugt.

Le Pavillon ist eine Syrah-Parzellenselektion. Le Méal existiert ebenfalls in roter und weißer Form und zeigt dadurch besonders anschaulich, wie stark dieselbe Herkunft über verschiedene Rebsorten interpretiert werden kann.

Für Sammler ist deshalb nicht nur die Frage interessant, welcher Wein am seltensten ist. Spannender kann ein gezielter Vergleich verschiedener Parzellen oder derselben Parzelle über mehrere Jahrgänge sein.

Marsanne: warum weiße Ermitage-Weine besonders spannend sind

Die weißen Weine sind ein wichtiger Grund, M. Chapoutier nicht ausschließlich als Syrah-Produzenten zu betrachten.

In Hermitage sind Marsanne und Roussanne zugelassen. Chapoutier setzt bei seinen weißen Hermitage- und Ermitage-Weinen jedoch auf Marsanne.

Junge Marsanne kann weiße Blüten, Birne, Quitte, Steinobst und kräuterige beziehungsweise mineralische Eindrücke zeigen. Mit Flaschenreife können Honig, Nüsse, Wachs, getrocknete Früchte und komplexere würzige Aromen entstehen.

Gerade hochwertige Marsanne ist deshalb ungewöhnlich: Sie kann körperreich sein und dennoch ausreichend Struktur für lange Entwicklung besitzen.

Wer bislang hauptsächlich Riesling, Sauvignon Blanc oder Chardonnay trinkt, bekommt mit einem weißen Hermitage eine deutlich andere Stilistik.

Welcher M. Chapoutier passt zu welchem Käufer?

Die große Sortimentsspanne ist ein Vorteil, wenn man nicht versucht, jeden Wein nach derselben Logik zu bewerten.

Kaufgrund Sinnvolle Richtung Warum?
M. Chapoutier erstmals kennenlernen Côtes du Rhône, Belleruche oder Rasteau Unkomplizierter Einstieg in die Rhône-Seite des Hauses, ohne mit einer raren Parzellenselektion zu beginnen.
Syrah aus der nördlichen Rhône kennenlernen Crozes-Hermitage oder Saint-Joseph Typische Syrah-Würze und Struktur bei meist früherer Zugänglichkeit als große Ermitage-Weine.
Besonderen Wein für ein Dinner Guter Saint-Joseph, Crozes-Hermitage, Côte-Rôtie oder trinkreifer Hermitage Die Auswahl kann gezielt auf Fleisch, Wild oder Menü abgestimmt werden.
Großen Rhône-Wein für den Keller Hermitage beziehungsweise Ermitage Syrah und Marsanne können hier außergewöhnliche Entwicklungsfähigkeit besitzen.
Wein für einen erfahrenen Sammler Sélections Parcellaires Parzelle, Jahrgang, Terroir und begrenzte Produktion bieten interessante Vergleichsmöglichkeiten.
Hochwertigen Weißwein abseits von Chardonnay suchen Marsanne aus Hermitage oder Ermitage Körper, Nussigkeit und Reifepotenzial ergeben ein ungewöhnliches Weißweinprofil.
Geschenk für einen Rhône-Liebhaber Saint-Joseph, Côte-Rôtie, Hermitage oder passende Sélection Parcellaire Herkunft und konkrete Lage liefern eine nachvollziehbare Geschichte hinter der Flasche.

M. Chapoutier als Geschenk: für wen passt die Marke?

M. Chapoutier eignet sich besonders als Geschenk, wenn der Empfänger bereits einen Bezug zu französischem Wein, Syrah oder der Rhône besitzt.

Für einen Weinfreund, der die Marke noch nicht kennt, muss es nicht sofort L’Ermite oder Le Pavillon sein. Ein charakteristischer Crozes-Hermitage oder Saint-Joseph kann ein sinnvollerer Einstieg sein und lässt sich leichter zu einem gemeinsamen Essen öffnen.

Für erfahrene Rhône-Fans kann eine konkrete Parzellenselektion dagegen deutlich mehr Bedeutung haben. Dort steckt die Geschichte der Lage bereits im Namen.

Interessante Anlässe sind beispielsweise:

  • runder Geburtstag eines Weinliebhabers,
  • Hochzeit oder Hochzeitstag,
  • berufliches Jubiläum,
  • Weihnachten für einen erfahrenen Rhône-Fan,
  • Gastgebergeschenk für einen passionierten Weintrinker,
  • gemeinsames Fine-Dining-Menü,
  • oder eine gezielte Syrah- beziehungsweise Hermitage-Verkostung.

Das Braille-Etikett liefert bei Chapoutier zudem einen ungewöhnlichen Gesprächsanlass und eine nachvollziehbare historische Geschichte hinter der Flasche.

Welche Chapoutier-Weine sind für Sammler interessant?

Aus Sammlersicht sind insbesondere die Sélections Parcellaires interessant. Dabei muss „Sammlerwein“ nicht automatisch „Geldanlage“ bedeuten.

Mehrere unterschiedliche Strategien sind möglich:

  • L’Ermite aus mehreren Jahrgängen sammeln,
  • Le Méal, Le Pavillon und L’Ermite aus demselben Jahr vergleichen,
  • rote und weiße Ermitage-Weine gegenüberstellen,
  • Marsanne über unterschiedliche Reifestadien verfolgen,
  • oder Syrah aus Crozes-Hermitage, Côte-Rôtie und Ermitage innerhalb desselben Hauses vergleichen.

Gerade bei älteren hochwertigen Flaschen sollte die Provenienz berücksichtigt werden. Eine bekannte Lage und ein großer Jahrgang helfen wenig, wenn eine Flasche über Jahre zu warm oder mit starken Temperaturschwankungen gelagert wurde.

Wichtige Kriterien sind:

  • genauer Wein und Jahrgang,
  • nachvollziehbare Lagerhistorie,
  • Füllstand bei älteren Flaschen,
  • Zustand von Kapsel und Etikett,
  • Händler beziehungsweise Vorbesitz,
  • und die eigene Möglichkeit zur weiteren Lagerung.

Eine zukünftige Wertsteigerung lässt sich nicht garantieren. Für private Sammler sind Herkunft, Vergleichbarkeit, Genuss und sichere Lagerung die belastbareren Kaufgründe.

Welches Essen passt zu M. Chapoutier?

Die passende Speise hängt stärker von Appellation und Rebsorte als von der Marke selbst ab. Kräftiger Syrah verlangt ein anderes Gericht als gereifte Marsanne.

Gericht Passende Chapoutier-Richtung Warum?
Rib-Eye oder Entrecôte Syrah aus Hermitage, Saint-Joseph oder Crozes-Hermitage Fett und Röstaromen harmonieren mit Tannin, dunkler Frucht und Pfefferwürze.
Lamm mit Rosmarin und Thymian Syrah aus der nördlichen Rhône Kräuter und Fleisch greifen die würzige Syrah-Aromatik besonders gut auf.
Hirsch oder Reh Gereifter Hermitage oder Côte-Rôtie Wild passt zu Pfeffer, Kräutern, dunkler Frucht und entwickelten erdigen Aromen.
Geschmorte Rinderbacke Jüngerer strukturierter Syrah Lang gegartes Fleisch und kräftiger Jus tragen Tannin und Konzentration.
Steinpilze oder Trüffel Gereifter Syrah Erdige Umami-Aromen verbinden sich mit den tertiären Noten reifer Rhône-Weine.
Steinbutt oder Hummer Weißer Hermitage beziehungsweise Ermitage aus Marsanne Die körperreiche Weißweinstruktur trägt kräftigen Fisch und Krustentiere.
Geflügel mit Pilz- oder Rahmsauce Gereifte Marsanne Textur, Nussigkeit und Reifearomen passen zu cremigen und erdigen Komponenten.
Gereifter Comté Marsanne oder gereifter Syrah Nuss, Salz und Umami können sowohl mit gereiftem Weiß- als auch Rotwein funktionieren.

Bei Rind entscheidet zusätzlich der Cut. Im Beitrag Welcher Wein passt zum Steak? erklären wir, warum ein würziger Syrah aus der nördlichen Rhône gerade zu Rumpsteak und anderen aromatischen Cuts interessant ist.

Chapoutier-Wein servieren und dekantieren

Kräftige rote Rhône-Weine sollten nicht bei warmer Wohnraumtemperatur serviert werden. Für Syrah sind ungefähr 16 bis 18 °C eine sinnvolle Ausgangsbasis.

Ein junger Ermitage oder kräftiger Côte-Rôtie kann von Luft profitieren. Eine feste Regel wie „immer zwei Stunden dekantieren“ wäre aber zu pauschal. Zuerst probieren und anschließend entscheiden ist sinnvoller.

Bei älteren Flaschen verändert sich die Aufgabe. Hier dient das Dekantieren häufig vor allem dazu, möglichen Bodensatz vom klaren Wein zu trennen. Ein lange gereifter Syrah kann empfindlicher auf intensive Sauerstoffzufuhr reagieren.

Weiße Marsanne sollte deutlich kühler serviert werden, aber nicht eiskalt. Ein komplexer weißer Ermitage benötigt genügend Temperatur, damit sich Textur, Blüten-, Nuss- und Reifearomen zeigen können.

Wie lange kann man M. Chapoutier lagern?

Eine pauschale Lagerzeit für die gesamte Marke wäre wenig sinnvoll.

Zugänglichere Rhône-Weine sind häufig für einen deutlich früheren Genuss gedacht. Große Syrah-Weine aus Hermitage beziehungsweise Ermitage können dagegen über viele Jahre und in geeigneten Jahrgängen über Jahrzehnte eine interessante Entwicklung zeigen.

Auch hochwertige Marsanne ist wesentlich lagerfähiger, als viele Käufer bei Weißwein erwarten. Dabei verändert sich der Stil deutlich: Junge Frucht und Blüten treten zurück, während Nüsse, Honig, Wachs, Gewürze und Trockenfrucht stärker werden können.

Wer solche Weine länger aufbewahren möchte, sollte stabile Lagerbedingungen sicherstellen. Die wichtigsten Grundlagen erklären wir im Ratgeber Wein richtig lagern.

Häufige Fragen zu M. Chapoutier

Was ist M. Chapoutier?

M. Chapoutier ist ein traditionsreiches französisches Weinunternehmen mit historischem Sitz in Tain-l’Hermitage an der nördlichen Rhône. Die Geschichte reicht bis 1808 zurück. Die Familie arbeitet heute in mehreren Generationen im Unternehmen.

Wer ist Michel Chapoutier?

Michel Chapoutier übernahm 1990 die Leitung des Familienunternehmens. Besonders prägend waren sein Ausbau der Sélections Parcellaires und die frühe Hinwendung zur Biodynamie. Heute arbeitet auch die nächste Familiengeneration im Unternehmen.

Ist M. Chapoutier biodynamisch?

Biodynamischer Weinbau gehört seit 1991 zu den zentralen Grundsätzen des Hauses. Insbesondere zahlreiche hochwertige Parzellenselektionen werden biodynamisch beziehungsweise biologisch bewirtschaftet. Die konkrete Zertifizierung sollte dennoch immer für die jeweilige Flasche geprüft werden.

Warum steht Braille auf Chapoutier-Flaschen?

Seit 1996 verwendet M. Chapoutier Brailleschrift auf seinen Etiketten. Damit erinnert das Haus an Maurice Monier de la Sizeranne, einen bedeutenden französischen Förderer der Brailleschrift und Namensgeber des Hermitage Monier de la Sizeranne.

Welche Rebsorte ist typisch für M. Chapoutier?

Für die historische Heimat an der nördlichen Rhône ist Syrah die wichtigste rote Rebsorte. Bei den weißen Hermitage- und Ermitage-Weinen setzt Chapoutier auf Marsanne. In anderen Regionen arbeitet das Haus zusätzlich mit zahlreichen weiteren Sorten.

Wie schmeckt Chapoutier Syrah?

Je nach Herkunft und Reife können schwarze Früchte, Pflaume, Pfeffer, Veilchen, Kräuter, Rauch, Lakritz und mineralische Eindrücke auftreten. Gereifte Flaschen können zusätzlich Leder, Tabak, Erde und getrocknete Kräuter entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Hermitage und Ermitage bei Chapoutier?

Chapoutier verwendet „Hermitage“ insbesondere für Weine, die aus mehreren Parzellen des Hermitage-Hügels zusammengestellt werden. „Ermitage“ wird für die Sélections Parcellaires verwendet, die einen besonders eng abgegrenzten Terroir-Ausdruck zeigen sollen.

Was ist eine Sélection Parcellaire?

Damit bezeichnet Chapoutier einen Wein aus einer klar definierten Parzelle. Ziel ist es, deren Boden, Mikroklima und Jahrgang möglichst präzise auszudrücken. Zu den bekannten Beispielen gehören L’Ermite, Le Pavillon und Le Méal.

Was ist M. Chapoutier L’Ermite?

L’Ermite ist eine der bekannten Ermitage-Parzellenselektionen des Hauses. Es gibt sowohl einen roten L’Ermite aus Syrah als auch einen weißen aus Marsanne. Die Herkunft liegt hoch am Hermitage-Hügel rund um die historische Kapelle.

Was ist der Unterschied zwischen L’Ermite und Le Pavillon?

Beide gehören zu den hochwertigen Ermitage-Parzellenselektionen, stammen jedoch aus unterschiedlichen Terroirs. Deshalb sollten sie nicht lediglich als zwei Qualitätsstufen desselben Weins verstanden werden.

Was ist Le Méal?

Le Méal bezeichnet einen bekannten Bereich des Hermitage-Hügels. M. Chapoutier erzeugt daraus sowohl roten Syrah als auch weißen Marsanne. Dadurch eignet sich die Lage besonders gut für einen Vergleich von Rebsorte und Terroir.

Ist weißer Hermitage von Chapoutier Chardonnay?

Nein. Die weißen Hermitage- und Ermitage-Weine des Hauses basieren auf Marsanne. Chardonnay spielt für diese Weine keine Rolle.

Wie schmeckt Marsanne von Chapoutier?

Junge Weine können weiße Blüten, Birne, Quitte und Steinobst zeigen. Mit Reife können Honig, Wachs, Nüsse, Trockenfrüchte und Gewürze stärker hervortreten. Hochwertige Marsanne kann überraschend körperreich und langlebig sein.

Welcher M. Chapoutier eignet sich zum Einstieg?

Wer das Haus zunächst allgemein kennenlernen möchte, kann bei einem Côtes du Rhône, Rasteau oder einem anderen zugänglichen Rhône-Wein beginnen. Für einen ersten Blick auf Syrah aus der nördlichen Rhône sind Crozes-Hermitage und Saint-Joseph besonders interessant.

Welcher Chapoutier-Wein eignet sich für Sammler?

Besonders die Sélections Parcellaires aus Ermitage, Côte-Rôtie und anderen hochwertigen Rhône-Appellationen sind für Sammler interessant. Entscheidend sind Lage, Jahrgang, Provenienz und Lagerzustand und nicht lediglich der Produktname.

Ist M. Chapoutier ein gutes Geschenk?

Für Rhône-, Syrah- und Frankreich-Fans kann eine Chapoutier-Flasche gut passen. Ein Crozes-Hermitage oder Saint-Joseph eignet sich eher zum Kennenlernen und gemeinsamen Öffnen; eine konkrete Parzellenselektion richtet sich stärker an erfahrene Weinfreunde und Sammler.

Welches Essen passt zu Chapoutier Syrah?

Gute Kombinationen sind Rind, Lamm, Wild, Schmorgerichte, Pilze und gereifter Käse. Bei jungen, tanninreichen Weinen darf das Gericht kräftiger sein. Gereifte Syrah-Weine profitieren häufig von etwas feineren Speisen.

Welches Essen passt zu Chapoutier Marsanne?

Körperreiche Marsanne passt unter anderem zu Hummer, Jakobsmuscheln, kräftigem Fisch, hellem Geflügel mit cremiger Sauce, Pilzen und gereiftem Käse.

Kann man M. Chapoutier lange lagern?

Das hängt stark vom Wein ab. Zugänglichere Côtes-du-Rhône-Weine sind für einen früheren Genuss gedacht. Große Hermitage- und Ermitage-Weine können dagegen erhebliches Entwicklungspotenzial besitzen. Auch hochwertige weiße Marsanne kann lange reifen.

Was macht M. Chapoutier besonders?

Besonders ist die Verbindung aus einer mehr als zwei Jahrhunderte zurückreichenden Geschichte, konsequenter Arbeit mit einzelnen Parzellen, biodynamischem Weinbau, einem außergewöhnlich breiten Rhône-Sortiment und der seit 1996 eingesetzten Brailleschrift auf den Etiketten.

Für die Auswahl ist deshalb nicht automatisch die seltenste Flasche die beste Entscheidung. Côtes du Rhône und Rasteau zeigen die zugänglichere Seite der Maison, Crozes-Hermitage und Saint-Joseph führen tiefer in die Syrah-Welt der nördlichen Rhône, während Hermitage und die Ermitage-Sélections-Parcellaires besonders für erfahrene Genießer, besondere Anlässe, langfristige Lagerung und Sammler interessant werden. Die weißen Marsanne-Weine ergänzen eine eigenständige Seite des Hauses, die bei der Suche nach M. Chapoutier leicht übersehen wird.

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