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Ein Weingut, das den Ort in den Mittelpunkt stellt
Marcel Deiss ist ein Domaine in Bergheim nahe Ribeauvillé im Elsass. Die Geschichte begann dort 1947. Heute führen Mathieu Deiss und sein Vater Jean-Michel das Weingut. Für das Selbstverständnis des Hauses ist entscheidend, dass Wein nicht ausschließlich als Interpretation einer einzelnen Rebsorte verstanden wird. Die Domaine formuliert diesen Ansatz als „viticulture of Lieu“ – als Weinbau, bei dem Herkunft und Ort vorrangig betrachtet werden.
Complantation: gemeinsam gepflanzte Rebsorten
Unter Complantation versteht Marcel Deiss die gemeinsame Pflanzung verschiedener Rebsorten in einem Terroir. Die Reben werden zusammen bewirtschaftet, gelesen und gepresst. Damit beschreibt der Begriff eine Entscheidung im Weinberg und im Ernteprozess, nicht bloß eine nachträgliche Zusammenstellung verschiedener Weine.
Die moderne Entwicklung dieses Ansatzes wird auf eine 1984 übernommene, gemischt bepflanzte Parzelle im Grand Cru Schoenenbourg zurückgeführt. 1990 folgte am Grand-Cru-Terroir Altenberg de Bergheim eine vollständig gemischt bepflanzte moderne Parzelle. Diese beiden Stationen machen nachvollziehbar, weshalb die Complantation heute zu den markantesten Themen der Domaine gehört.
Biodynamischer Weinbau in Bergheim
Die offizielle Domaine-Seite beschreibt die Bewirtschaftung des 32 Hektar umfassenden Weinbergs als biodynamisch. Im Zusammenhang mit dem Ortsfokus und den gemischten Pflanzungen bildet diese Arbeitsweise einen weiteren klar benannten Bestandteil des Markenprofils. Aussagen über einzelne Weine oder Jahrgänge lassen sich daraus jedoch nicht pauschal ableiten: Die Bedeutung der Complantation liegt zunächst in der Gestaltung und Bewirtschaftung der Parzelle.