Oremus

Oremus Tokaji: Aszú, Puttonyos, Furmint und die richtige Auswahl

Oremus gehört zu den wichtigsten modernen Erzeugern in Tokaj und zeigt zugleich, wie vielseitig diese historische ungarische Weinregion heute ist. Im Sortiment stehen berühmte Tokaji Aszú mit ausgeprägter Süße und enormer Lagerfähigkeit neben einem leichter zugänglichen Late Harvest sowie trockenen Furmint-Weinen wie Mandolás und dem Einzellagenwein Petrács.

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Wer Oremus kaufen möchte, sollte deshalb zunächst eine grundlegende Frage beantworten: Soll der Wein trocken oder süß sein?

Mandolás ist trockener Furmint und eignet sich hervorragend zu Fisch, Geflügel und einem klassischen Menü. Late Harvest ist ein vergleichsweise unkomplizierter Einstieg in die süße Welt Tokajs. Aszú 5 und 6 Puttonyos stehen für deutlich mehr Konzentration, Botrytis-Charakter und langfristige Entwicklung. Eszencia bildet schließlich eine völlig eigene Kategorie mit extremer Konzentration und sehr niedrigem Alkohol.

Die Zahl der Puttonyos sollte dabei nicht als simple Qualitätsnote verstanden werden. Ein 6-Puttonyos-Aszú ist nicht automatisch „besser“ als ein 5-Puttonyos-Wein. Er besitzt grundsätzlich eine andere Konzentration und Süße-Säure-Balance. Für einen konkreten Anlass kann der weniger konzentrierte Wein sogar die passendere Wahl sein.

Wer Furmint, Muskateller und andere Rebsorten zunächst grundsätzlich einordnen möchte, findet im Ratgeber Rebsorten einfach erklärt eine zusätzliche Orientierung.

Was ist Oremus?

Seit 1993 Teil der Weinwelt der Álvarez-Familie

Die moderne Geschichte von Oremus beginnt im Jahr 1993.

Drei Jahre nach dem Ende des kommunistischen Systems in Ungarn gründete die spanische Álvarez-Familie Tokaj-Oremus Viñedos y Bodegas.

Die Familie war bereits durch Vega Sicilia in Ribera del Duero eng mit großen, langfristig reifenden Weinen verbunden.

In Tokaj traf diese Erfahrung auf eine vollkommen andere Weintradition: vulkanische Böden, autochthone Rebsorten, Botrytis cinerea und edelsüße Weine, deren Herstellung über Jahrhunderte entwickelt worden war.

Oremus gehört heute zur Weinunternehmensgruppe Tempos Vega Sicilia.

Oremus und Vega Sicilia: Was ist der Zusammenhang?

Oremus ist nicht etwa ein ungarischer Wein, der bei Vega Sicilia in Spanien erzeugt wird.

Es handelt sich um ein eigenständiges Weingut in Tokaj.

Gemeinsam ist beiden Häusern die Eigentümerfamilie beziehungsweise die Zugehörigkeit zu Tempos Vega Sicilia.

Für Käufer bedeutet das:

  • Vega Sicilia steht vor allem für Ribera del Duero,
  • Oremus für Tokaj in Ungarn,
  • die Rebsorten sind völlig verschieden,
  • und auch Klima und Produktionsmethoden unterscheiden sich grundlegend.

Tolcsva im Herzen von Tokaj

Die Aktivitäten des Weinguts konzentrieren sich vor allem auf Tolcsva im Zentrum der Tokajer Weinregion.

1999 wurde dort eine moderne Kellerei errichtet.

Sie ist mit einem historischen unterirdischen Kellerlabyrinth verbunden, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen.

Gerade für Aszú sind diese kühlen und feuchten Keller besonders wichtig. Kleine ungarische Holzfässer können dort über Jahre unter weitgehend stabilen Bedingungen reifen.

Tokaj oder Tokaji: Was ist richtig?

Tokaj bezeichnet in erster Linie die Region beziehungsweise den Ort.

Tokaji bedeutet sinngemäß „aus Tokaj“ und erscheint entsprechend bei Weinen wie Tokaji Aszú.

Im deutschen Sprachgebrauch wird zusätzlich häufig „Tokajer“ verwendet.

Für eine konkrete Flasche Oremus Aszú sind daher Formulierungen wie „Tokaji Oremus Aszú“ oder „Oremus aus Tokaj“ sinnvoll.

Warum kann Tokaj außergewöhnliche Süßweine hervorbringen?

Botrytis cinerea: Edelfäule statt normaler Fäulnis

Der entscheidende Faktor für klassischen Aszú ist Botrytis cinerea.

Unter geeigneten Bedingungen befällt dieser Pilz die Beeren und führt zur sogenannten Edelfäule.

Dabei verliert die Traube Wasser.

Zucker, Säure und Aromastoffe konzentrieren sich.

Das funktioniert jedoch nur unter besonderen klimatischen Bedingungen. Zu viel dauerhafte Feuchtigkeit könnte unerwünschte Fäulnis fördern, während ein zu trockener Herbst die Entwicklung der Botrytis verhindert.

In Tokaj treffen im Herbst häufig:

  • Feuchtigkeit,
  • Nebel und Tau,
  • kalte Nächte,
  • sonnige Tage,
  • und trocknender Wind

aufeinander.

Genau diese Abfolge kann die Entstehung hochwertiger Aszú-Beeren ermöglichen.

Mehrere Lesedurchgänge

Botrytis entwickelt sich nicht gleichzeitig an allen Beeren.

Deshalb können Aszú-Trauben nicht einfach mit einer einzigen normalen Lese vom Weinberg geholt werden.

Die Mitarbeiter gehen mehrfach durch die Weinberge und suchen die geeigneten edelfaulen Beeren selektiv aus.

Oremus beschreibt für Aszú eine manuelle Auswahl einzelner Beeren.

Das ist einer der Gründe für die geringen Mengen und den hohen Arbeitsaufwand.

Vulkanische Böden

Tokaj besitzt eine komplexe vulkanisch geprägte Geologie.

Die verschiedenen Oremus-Parzellen unterscheiden sich erheblich.

Andesit, Rhyolith und andere vulkanische Gesteine sowie unterschiedliche Ton- und Verwitterungsschichten prägen die Weinberge.

Gerade bei trockenem Furmint werden diese Standortunterschiede besonders interessant, weil keine hohe Süße die Wahrnehmung dominiert.

Wer wichtige europäische Weinregionen miteinander vergleichen möchte, findet weitere Hintergründe im Ratgeber Weinregionen Europas.

Welche Rebsorten verwendet Oremus?

Rebsorte Rolle bei Oremus Typischer Beitrag
Furmint Wichtigste Rebsorte für trockene und süße Weine Hohe Säure, Struktur, Zitrus, Apfel und großes Reifepotenzial
Hárslevelű Teil verschiedener Süßweincuvées Florale Aromen, weichere Textur und zusätzliche Fülle
Zéta Bestandteil verschiedener Aszú-Weine Frucht, Konzentration und gute Botrytis-Eignung
Sárga Muskotály Gelber Muskateller in mehreren Süßweinen Intensive florale und traubige Aromatik
Kövérszőlő Kleinere traditionelle Rolle Fülle und Frucht in ausgewählten Cuvées

Warum ist Furmint so wichtig?

Furmint verbindet mehrere Eigenschaften, die sowohl für trockenen Wein als auch für Aszú wertvoll sind.

Die Rebsorte besitzt:

  • eine ausgeprägte natürliche Säure,
  • gute Fähigkeit zur Botrytis-Entwicklung,
  • relativ neutrale bis feinfruchtige Ausgangsaromatik,
  • starke Reaktion auf Boden und Weinberg,
  • und erhebliches Lagerpotenzial.

Gerade die Säure ist für Süßwein entscheidend.

Ein Wein mit sehr hohem Restzucker kann schwer und klebrig wirken, wenn keine ausreichende Säure dagegensteht.

Bei hochwertigem Tokaji Aszú erzeugt die Kombination aus Süße und Säure dagegen Spannung und Frische.

Was ist Tokaji Aszú?

Aszú ist kein gewöhnlicher Spätlesewein.

Die Herstellung beruht auf separat ausgewählten, durch Edelfäule konzentrierten Aszú-Beeren.

Oremus beschreibt weiterhin das traditionelle Prinzip:

  1. geeignete edelfaule Beeren werden selektiv gelesen,
  2. sie werden mit Most in Kontakt gebracht beziehungsweise mazeriert,
  3. anschließend schonend gepresst,
  4. die Gärung verläuft sehr langsam,
  5. danach reift der Wein in kleinen ungarischen Holzfässern,
  6. und anschließend zusätzlich in der Flasche.

Bei Oremus erfolgt die Fassreife klassischer Aszú-Weine in kleinen Gönc- beziehungsweise Szerednye-Fässern in den unterirdischen Kellern.

Was bedeutet Puttonyos?

Der Begriff Puttony bezeichnete traditionell den Behälter beziehungsweise Korb, in dem die selektierten Aszú-Beeren gesammelt wurden.

Oremus erklärt seine traditionelle Produktionslogik anhand eines 136-Liter-Gönc-Fasses mit Grundmost.

Je nach Wein werden drei, fünf oder sechs solcher Mengen Aszú-Beeren zugesetzt.

Mehr Aszú-Beeren bedeuten grundsätzlich:

  • mehr Konzentration,
  • mehr Zucker,
  • mehr Botrytis-Aromatik,
  • und einen anderen Balancepunkt zwischen Süße und Säure.

Die Zahl sollte trotzdem nicht als Schulnote verstanden werden.

6 Puttonyos bedeutet nicht automatisch, dass 5 Puttonyos qualitativ schlechter ist.

Jahrgang, Säure, Botrytis-Qualität und gewünschter Trinkstil bleiben entscheidend.

Aszú 3, 5 oder 6 Puttonyos: Was ist der Unterschied?

Stil Grundcharakter Besonders interessant für
Aszú 3 Puttonyos Historisch weniger konzentrierte Puttonyos-Stufe mit stärker zugänglicher Süße-Säure-Balance Einstieg in traditionellen Aszú und Käufer, die etwas weniger Opulenz suchen
Aszú 5 Puttonyos Deutlich konzentriert, süß und zugleich säuregetragen Klassischer großer Tokaji Aszú, Käse, Foie gras, Geschenk und Lagerung
Aszú 6 Puttonyos Sehr hohe Konzentration und ausgeprägte Botrytis- und Reifearomatik Erfahrene Süßweinliebhaber, besondere Anlässe und langfristiger Keller
Eszencia Extrem konzentrierter freier Saft der Aszú-Beeren mit sehr niedrigem Alkohol Seltene Spezialität und Sammler

Bei konkreten Jahrgängen sollte zusätzlich immer das technische Datenblatt betrachtet werden.

Zucker und Säure können sich selbst innerhalb derselben Puttonyos-Stufe deutlich unterscheiden.

Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016: der aktuell besonders relevante Jahrgang

Der Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016 ist besonders interessant, weil dieser konkrete Wein bereits organische Sichtbarkeit besitzt und aktuell im Weinonaut-Sortiment geführt wird.

Für diesen Jahrgang liegen detaillierte Herstellerinformationen vor.

Botrytis im Jahrgang 2016

2016 entwickelte sich in Tokaj eine hohe Menge hochwertiger Botrytis.

Die Aszú-Beeren wurden über mehrere Durchgänge von Ende September bis Anfang November von Hand selektiert.

Oremus verbindet den Jahrgang besonders mit einer ausgeprägten Honignote.

Assemblage des 2016ers

Für den Aszú 6 Puttonyos 2016 nennt Oremus:

  • Furmint,
  • Zéta,
  • und Sárgamuskotály.

Der Wein besitzt 201 g/l Zucker bei gleichzeitig 11,6 g/l Säure.

Gerade diese Säure ist für die Balance entscheidend.

Der Alkoholgehalt liegt bei 10,5 Volumenprozent.

Wie wurde Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016 erzeugt?

Für den 2016er dokumentiert Oremus sechs Körbe selektierter Aszú-Beeren auf ein 136-Liter-Gönc-Fass Grundmost.

Nach der Mazeration und Pressung folgt eine sehr langsame Gärung.

Der Wein reift anschließend zwei bis drei Jahre in kleinen ungarischen Holzfässern und für diesen Jahrgang zusätzlich mehrere Jahre in der Flasche.

Nur rund 11.500 Flaschen im 0,5-Liter-Format wurden erzeugt.

Wie schmeckt Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016?

Zu erwarten sind unter anderem:

  • Honig,
  • Aprikose,
  • kandierte Zitrusfrucht,
  • getrocknete Früchte,
  • Gewürze,
  • florale Komponenten,
  • und mit weiterer Reife nussige und komplexere oxidative Nuancen.

Der entscheidende Eindruck sollte jedoch nicht bloß „sehr süß“ sein.

Die hohe Säure sorgt dafür, dass die enorme Konzentration frisch und lang wirkt.

Wie lange kann Aszú 6 Puttonyos 2016 gelagert werden?

Oremus nennt unter idealen Bedingungen ein Potenzial von mehr als 40 Jahren.

Dafür empfiehlt das Weingut ungefähr 12 bis 14 °C konstante Lagertemperatur und geeignete Luftfeuchtigkeit.

Der Wein ist gleichzeitig bereits trinkbar.

Man muss also nicht vier Jahrzehnte warten.

Wie sollte der 2016er serviert werden?

Der Produzent empfiehlt für diesen konkreten Jahrgang ungefähr 8 °C.

Im Glas darf der Wein anschließend langsam etwas wärmer werden.

Oremus Aszú 5 Puttonyos: Konzentration ohne automatisch maximalen Süßefokus

Aszú 5 Puttonyos gehört zu den besonders klassischen Oremus-Stilen.

Auch hier werden selektierte Botrytis-Beeren aufwendig gelesen und mit dem Grundmost verarbeitet.

Im Vergleich zu 6 Puttonyos steht grundsätzlich etwas weniger Aszú-Material im Verhältnis zum Grundwein.

Dadurch kann der Wein:

  • etwas weniger opulent,
  • etwas leichter zugänglich,
  • und gleichzeitig sehr komplex und langlebig wirken.

Aszú 5 oder 6 Puttonyos?

Frage 5 Puttonyos 6 Puttonyos
Konzentration Sehr hoch Noch stärker ausgeprägt
Süße Deutlich, mit hoher Säurespannung Sehr ausgeprägt, benötigt entsprechend starke Säure
Erster großer Aszú Besonders sinnvoll Für Süßweinliebhaber ebenfalls geeignet
Käse Sehr vielseitig Besonders zu intensivem Blauschimmelkäse
Sammlung Sehr interessant Besonders interessant für langfristige Entwicklung

Wer beide Stile wirklich verstehen möchte, sollte idealerweise denselben beziehungsweise einen vergleichbaren Jahrgang nebeneinander probieren.

Aszú 3 Puttonyos: nicht automatisch „schlechter“

Der Begriff 3 Puttonyos gehört zur traditionellen Oremus- und Tokaj-Systematik.

Historisch steht er für eine geringere Menge an zugesetzten Aszú-Beeren als bei 5 oder 6 Puttonyos.

Daraus entsteht ein weniger konzentrierter Stil.

Das kann sinnvoll sein für Käufer, die:

  • Aszú erstmals kennenlernen,
  • etwas weniger massive Süße bevorzugen,
  • einen vielseitigeren süßen Essensbegleiter suchen,
  • oder verschiedene Puttonyos-Stufen vergleichen möchten.

Bei einzelnen aktuellen Händlerjahrgängen sollte man technische Angaben wie Rebsorten, Restzucker, Säure und Ausbau immer anhand der konkreten Produzentenunterlagen prüfen und nicht automatisch von älteren Oremus-Jahrgängen übertragen.

Late Harvest: der unkompliziertere Einstieg in süßen Tokaji

Oremus Late Harvest verfolgt eine andere Idee als klassischer Aszú.

Er soll einen leichter zugänglichen Weg in die süßen Tokaj-Weine ermöglichen.

Für die Produktion werden ganze Trauben ausgewählt, bei denen ein erheblicher Teil der Beeren bereits von Botrytis betroffen ist.

Dadurch ist die Lese weniger extrem selektiv als beim Aszú, bei dem die edelfaulen Beeren einzeln ausgewählt werden.

Welche Rebsorten enthält Late Harvest?

Die genaue Zusammensetzung verändert sich mit dem Jahrgang.

Typisch sind:

  • Furmint,
  • Hárslevelű,
  • Sárga Muskotály,
  • und in einzelnen Jahrgängen weitere traditionelle Tokaj-Sorten.

Furmint bringt die wichtige Säure.

Hárslevelű trägt zu einer weicheren, seidigen Textur bei.

Sárga Muskotály verstärkt die intensive florale Aromatik.

Wie schmeckt Oremus Late Harvest?

Typisch sind:

  • Blüten,
  • Zitrone und Orange,
  • Aprikose,
  • reifer Pfirsich,
  • Honig,
  • und eine frische, seidige Textur.

Der aktuelle dokumentierte Produzentenstil verbindet deutliche Süße mit genügend Säure, damit der Wein nicht schwer wirkt.

Late Harvest oder Aszú?

Merkmal Late Harvest Aszú
Lese Auswahl geeigneter botrytisierter Trauben beziehungsweise Traubenpartien Besonders aufwendige Selektion einzelner Aszú-Beeren
Konzentration Moderater Deutlich höher
Einstieg Besonders unkompliziert Stärker für klassische Tokaj-Erfahrung
Trinkstil Fruchtig, frisch und früh zugänglich Komplexer und stärker auf langfristige Reife ausgelegt
Geschenk Für Süßwein-Einsteiger Für Kenner und besondere Anlässe

Mandolás: Oremus kann auch trockenen Furmint

Eine der wichtigsten Informationen über Oremus lautet: Nicht alle Oremus-Weine sind süß.

Mandolás ist ein trockener Furmint und wird seit dem Jahrgang 2000 produziert.

Damit gehört er zu den Weinen, die den modernen trockenen Tokaj-Stil international bekannter gemacht haben.

100 Prozent Furmint

Mandolás wird aus Furmint erzeugt.

Das Weingut arbeitet dabei bewusst mit gesunden und reifen Trauben, die vor der Botrytis-Selektion für die Süßweine gelesen werden.

Die Rebsorte zeigt trocken vollkommen andere Eigenschaften:

  • Zitrone,
  • grüner und gelber Apfel,
  • Birne,
  • weiße Blüten,
  • Kräuter,
  • salzige beziehungsweise mineralische Eindrücke,
  • und eine besonders markante Säure.

Wie wird Mandolás ausgebaut?

Die konkrete Vinifikation verändert sich mit dem Jahrgang.

Beim offiziell dokumentierten 2022er wurden die Trauben von Hand selektiert und schonend gepresst.

Die Gärung erfolgte überwiegend in Edelstahl und zu einem kleineren Teil in neuer ungarischer Eiche.

Ein großer Teil reifte anschließend mehrere Monate in ungarischen Holzfässern mit anfänglicher Batonnage, der Rest in Edelstahl.

Damit soll das Holz nicht die Rebsorte überdecken, sondern zusätzliche Textur erzeugen.

Wie lange kann Mandolás lagern?

Für den dokumentierten Jahrgang 2022 nennt Oremus ein Potenzial von mehr als zehn Jahren.

Das zeigt, dass trockener Furmint nicht lediglich als frischer Weißwein für den Sommer verstanden werden muss.

Mit Reife können sich die frischen Zitrusaromen stärker in Richtung:

  • Wachs,
  • Nüsse,
  • getrocknete Kräuter,
  • reifere Frucht,
  • und komplexere mineralische Eindrücke verschieben.

Mandolás zu welchem Essen?

Besonders passend sind:

  • Zander,
  • Kabeljau,
  • Forelle,
  • Geflügel,
  • Schweinefilet,
  • Risotto,
  • Gemüsegerichte,
  • und nicht zu kräftiger Hartkäse.

Weitere Kombinationen nach Fischart zeigt Welcher Wein passt zu Fisch?.

Petrács: trockener Single-Vineyard-Furmint

Petrács ist für Oremus besonders wichtig, weil er der erste trockene Furmint des Weinguts aus einer einzelnen Lage ist.

Das Weingut bezeichnet Petrács als einen seiner bedeutendsten Weinberge in Tolcsva.

Historischer Weinberg und alte Furmint-Reben

Die Parzelle umfasst rund vier Hektar.

Die Furmint-Reben sind ungefähr 60 Jahre alt.

Der Weinberg ist steil und dicht bepflanzt.

Eine Mechanisierung ist nur begrenzt möglich, weshalb die Arbeit mit Menschen und teilweise mit Pferden erfolgt.

Besonders interessant ist der Boden:

  • Andesit als Grundgestein,
  • vulkanischer Ursprung,
  • und mineralreiche beziehungsweise teilweise von Halbedelsteinen durchsetzte Böden.

Wie schmeckt Petrács?

Oremus beschreibt den Stil über:

  • Würze,
  • Kraft,
  • große mineralische Klarheit,
  • Salzigkeit,
  • Konzentration,
  • und einen langen Abgang.

Der dokumentierte 2021er erhielt eine insgesamt rund zweijährige Entwicklung bis zur Veröffentlichung.

Oremus nennt für diesen Jahrgang ungefähr 15 Jahre Lagerpotenzial.

Mandolás oder Petrács?

Merkmal Mandolás Petrács
Rebsorte Furmint Furmint
Grundidee Trockener Oremus-Einstieg Single-Vineyard-Spitzenwein
Herkunft Mehrere geeignete Furmint-Parzellen Ein einzelner historischer Weinberg
Stil Frisch, floral, strukturiert Konzentrierter, würziger, salziger und mineralischer
Geschenk Für trockene Weißweinfreunde Für erfahrene Furmint- und Terroirfans
Sammler Interessant Deutlich stärkerer Fokus

Oremus Eszencia: eine völlig eigene Kategorie

Eszencia sollte nicht einfach als „noch süßerer Aszú“ verstanden werden.

Die Herstellung ist fundamental anders.

Die einzeln gelesenen Aszú-Beeren werden gesammelt.

Durch ihr eigenes Gewicht tritt eine kleine Menge extrem konzentrierter Saft aus.

Dieser freie Saft bildet die Grundlage für Eszencia.

Warum hat Eszencia so wenig Alkohol?

Der Zuckergehalt ist so extrem hoch, dass Hefen nur sehr langsam arbeiten können.

Oremus beschreibt für Eszencia typischerweise lediglich ungefähr 1 bis 3 Volumenprozent Alkohol.

Gleichzeitig können mehr als 500 Gramm Restzucker pro Liter auftreten.

Die Gärung kann sich über Monate hinziehen.

Anschließend folgen Fass- und Flaschenreife über viele Jahre.

Wie schmeckt Eszencia?

Der Stil kann außerordentlich konzentriert sein:

  • Aprikose,
  • Pfirsich,
  • Orangenmarmelade,
  • Honig,
  • Feige,
  • Trockenfrucht,
  • Gewürze,
  • und mit Reife komplexe balsamische und nussige Komponenten.

Entscheidend ist erneut die Säure.

Ohne die natürliche Tokaj-Frische würde eine solche Zuckerkonzentration schnell schwer wirken.

Wie trinkt man Eszencia?

Eszencia wird normalerweise in sehr kleinen Mengen genossen.

Sie ist weniger ein klassischer Dessertwein für ein volles Glas als ein konzentrierter eigener Genussmoment.

Für einen ersten Kontakt mit Oremus ist Eszencia deshalb nicht notwendig.

Welcher Oremus passt zu welchem Käufer?

Kaufgrund Sinnvolle Richtung Warum?
Oremus erstmals trocken probieren Mandolás Furmint Trockener und gut verständlicher Einstieg in Furmint und Tokaj.
Süßwein erstmals kennenlernen Late Harvest Fruchtiger und weniger extrem konzentriert als Aszú.
Klassischen Tokaji Aszú suchen Aszú 5 Puttonyos Große Konzentration bei sehr guter Balance aus Süße und Säure.
Maximal konzentrierten klassischen Aszú Aszú 6 Puttonyos Besonders intensive Botrytis-, Frucht- und Reifearomatik.
Trockenen Spitzen-Furmint Petrács Einzellage, alte Reben und ausgeprägt mineralisch-salziger Stil.
Außergewöhnliche Rarität Eszencia Extrem konzentrierter freier Saft der Aszú-Beeren und sehr geringe Mengen.
Geschenk Aszú 5 oder 6 Puttonyos Historische Herstellung, lange Reife und klarer Tokaj-Bezug.
Sammlung Aszú 6, Petrács und Eszencia Jahrgänge und unterschiedliche Tokaj-Weinstile lassen sich systematisch verfolgen.

Oremus als Geschenk

Tokaji Aszú eignet sich besonders gut als Geschenk, wenn der Empfänger Süßweine schätzt oder bereits ein gewisses Weininteresse besitzt.

Aszú 5 Puttonyos als Geschenk

Aszú 5 ist eine besonders universelle Premiumwahl.

Geeignete Anlässe sind:

  • runder Geburtstag,
  • Hochzeit oder Hochzeitstag,
  • Weihnachten,
  • berufliches Jubiläum,
  • Geschenk für einen Käse- oder Dessertweinliebhaber,
  • oder eine Flasche für den langfristigen Weinkeller.

Aszú 6 Puttonyos als Geschenk

6 Puttonyos ist stärker auf erfahrene Süßweinliebhaber und große Anlässe ausgerichtet.

Ein älterer, bereits entwickelter Jahrgang kann einen zusätzlichen historischen Bezug schaffen.

Bei einem runden Geburtstag sollte jedoch nicht ausschließlich die Jahreszahl zählen.

Provenienz und Lagerung sind bei älteren Flaschen wichtiger als ein exakt passendes Geburtsjahr.

Weitere Kriterien bietet Welchen Wein zum runden Geburtstag schenken?.

Mandolás als Geschenk

Nicht jeder Weinfreund mag Süßwein.

Für einen Liebhaber trockener Rieslinge, Chenin Blancs, Chablis oder mineralischer Weißweine kann Mandolás deshalb die wesentlich bessere Oremus-Flasche sein.

Petrács als Geschenk

Petrács eignet sich besonders für erfahrene Weißweinfreunde, die:

  • Einzellagenweine,
  • vulkanische Böden,
  • alte Reben,
  • Furmint,
  • oder langfristig reifende trockene Weißweine schätzen.

Welches Essen passt zu Oremus?

Speise Passender Oremus Warum?
Foie gras oder Gänseleber Aszú 5 oder 6 Puttonyos Süße und Säure schneiden durch die reichhaltige Textur der Leber.
Roquefort oder anderer Blauschimmelkäse Aszú 5 oder 6 Puttonyos Süße kontrastiert Salz und kräftige Käsearomatik.
Aprikosen-Dessert Aszú oder Late Harvest Die Frucht greift typische Tokaj-Aromen auf.
Nussdessert Gereifter Aszú Nuss- und Honigaromen entwickeln sich auch im Wein.
Würzige asiatische Küche Late Harvest oder ausgewogener Aszú Restsüße kann Schärfe puffern, während Säure Frische erhält.
Zander oder Forelle Mandolás Trockener Furmint liefert Säure und mineralische Spannung.
Geflügel Mandolás oder Petrács Strukturierter trockener Furmint besitzt genug Körper für helles Fleisch.
Risotto Petrács Säure, Salz und Textur balancieren die Cremigkeit.
Hartkäse Mandolás, Petrács oder Aszú je nach Käse Trockene und süße Varianten ermöglichen unterschiedliche Kombinationen.

Weitere Kombinationen nach Käsetyp bietet Welcher Wein passt zu Käse?.

Aszú zu Blauschimmelkäse

Die Verbindung gilt aus gutem Grund als Klassiker.

Blauschimmelkäse besitzt:

  • viel Salz,
  • Fett,
  • kräftige Umami-Aromatik,
  • und häufig leicht pikante Schimmelnoten.

Aszú bringt dagegen:

  • Süße,
  • hohe Säure,
  • Aprikose,
  • Honig,
  • und intensive Frucht.

Der Kontrast funktioniert häufig besser als ein trockener tanninreicher Rotwein.

Aszú zu Dessert: eine wichtige Regel

Das Dessert sollte möglichst nicht deutlich süßer wirken als der Wein.

Zu gutem Aszú eignen sich daher eher:

  • Aprikose,
  • Pfirsich,
  • Orange,
  • Nüsse,
  • Mandeln,
  • leichte Honigaromen,
  • und nicht übermäßig zuckrige Desserts.

Sehr süße Schokoladen- oder Karamelldesserts können dagegen selbst einen konzentrierten Süßwein weniger ausgewogen wirken lassen.

Oremus für Sammler

Oremus bietet mehrere sinnvolle Sammlungsstrategien.

Aszú-6-Vertikale

Eine besonders naheliegende Strategie ist die Sammlung verschiedener 6-Puttonyos-Jahrgänge.

Dabei lassen sich vergleichen:

  • Botrytis-Entwicklung,
  • Zucker und Säure,
  • Jahrgangsbedingungen,
  • Rebsortenzusammensetzung,
  • Produktionsmenge,
  • und Flaschenreife.

Der 2016er ist hierfür aufgrund seiner exakt dokumentierten technischen Daten ein besonders guter Referenzpunkt.

5 gegen 6 Puttonyos

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, Aszú 5 und 6 aus ähnlichen oder identischen Jahrgängen nebeneinander zu sammeln.

Damit lässt sich nachvollziehen, wie sich die zusätzliche Konzentration auf:

  • Süße,
  • Textur,
  • Botrytis-Aromatik,
  • und langfristige Entwicklung auswirkt.

Trockener und süßer Furmint

Für eine besonders informative Sammlung können außerdem trockene und süße Weine nebeneinanderstehen:

  1. Mandolás,
  2. Petrács,
  3. Late Harvest,
  4. Aszú.

Die gleiche zentrale Rebsorte Furmint zeigt dadurch vollkommen unterschiedliche Ausdrucksformen.

Eszencia als Sammlerwein

Eszencia ist aufgrund der extrem geringen Ausbeute, ungewöhnlichen Herstellung und jahrzehntelangen Entwicklung besonders selten.

Das macht einzelne Jahrgänge für Sammler interessant.

Eine zukünftige Wertsteigerung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Ist Oremus eine sichere Geldanlage?

Nein.

Auch extrem langlebige und seltene Weine garantieren keinen Gewinn.

Der mögliche Marktwert hängt unter anderem von:

  • Jahrgang,
  • konkreter Cuvée,
  • Produktionsmenge,
  • internationaler Nachfrage,
  • Provenienz,
  • Füllstand,
  • Etikett und Kapsel,
  • und Lagerbedingungen ab.

Für private Sammler sind Herkunft, Zustand und die Möglichkeit sinnvoller Jahrgangsvergleiche die belastbareren Argumente.

Wie sollte Oremus serviert werden?

Weinstil Sinnvolle Ausgangstemperatur
Late Harvest Etwa 8 bis 10 °C
Aszú Etwa 8 bis 10 °C; konkrete Produzentenempfehlung beachten
Mandolás Etwa 10 bis 12 °C
Petrács Etwa 11 bis 12 °C

Sehr kalte Temperaturen unterdrücken Aromatik und Textur.

Komplexe Weine dürfen sich deshalb langsam im Glas erwärmen.

Weitere Grundlagen zu Temperatur und Gläsern erklärt Wein richtig servieren.

Muss Tokaji Aszú dekantiert werden?

Im Normalfall ist intensives Dekantieren nicht notwendig.

Bei einem jungen Aszú reichen meist:

  • eine passende Serviertemperatur,
  • ein ausreichend großes Weiß- beziehungsweise Süßweinglas,
  • und etwas Zeit im Glas.

Bei sehr alten Flaschen sollte besonders vorsichtig vorgegangen werden.

Eine lang gereifte Flasche kann empfindlicher auf zu viel Sauerstoff reagieren.

Wie lange kann Oremus gelagert werden?

Die Unterschiede innerhalb des Sortiments sind enorm.

Late Harvest ist stärker für einen früheren Trinkzeitpunkt gedacht.

Mandolás kann als trockener Furmint bereits viele Jahre Entwicklung besitzen.

Petrács ist noch stärker auf langfristige Reife ausgelegt.

Aszú 5 und insbesondere 6 Puttonyos können in geeigneten Jahrgängen mehrere Jahrzehnte entwickeln.

Eszencia besitzt aufgrund ihrer extremen Zucker- und Säurekonzentration nochmals eine völlig eigene Zeitdimension.

Für die Lagerung sind entscheidend:

  • konstante kühle Temperatur,
  • Dunkelheit,
  • wenig Erschütterung,
  • geeignete Luftfeuchtigkeit,
  • und eine nachvollziehbare Provenienz.

Weitere Grundlagen bietet Wein richtig lagern.

Häufige Fragen zu Oremus und Tokaji Aszú

Was ist Oremus?

Oremus ist ein Weingut in Tokaj in Ungarn und gehört zur Weinunternehmensgruppe Tempos Vega Sicilia der Álvarez-Familie.

Seit wann gibt es Oremus?

Die Álvarez-Familie gründete Tokaj-Oremus 1993.

Wo liegt Oremus?

Das Weingut arbeitet vor allem rund um Tolcsva im geografischen Zentrum der Tokajer Weinregion im Nordosten Ungarns.

Gehört Oremus zu Vega Sicilia?

Oremus und Vega Sicilia gehören beide zur Weinwelt von Tempos Vega Sicilia beziehungsweise der Álvarez-Familie. Es handelt sich dennoch um eigenständige Weingüter in unterschiedlichen Ländern und Regionen.

Was ist Tokaj?

Tokaj ist eine historische Weinregion im Nordosten Ungarns, die besonders für edelsüße Aszú-Weine und inzwischen auch für trockenen Furmint bekannt ist.

Tokaj oder Tokaji – was ist richtig?

Tokaj bezeichnet die Region. Tokaji bedeutet sinngemäß „aus Tokaj“ und wird entsprechend bei Weinbezeichnungen verwendet.

Was ist Furmint?

Furmint ist die wichtigste weiße Rebsorte von Oremus. Sie besitzt eine markante natürliche Säure und eignet sich sowohl für trockene Weißweine als auch für edelsüßen Aszú.

Ist Oremus immer süß?

Nein. Mandolás und Petrács sind trockene Furmint-Weine. Late Harvest, Aszú und Eszencia gehören dagegen zur süßen Seite des Sortiments.

Was ist Botrytis cinerea?

Botrytis cinerea ist ein Pilz, der unter geeigneten Bedingungen als Edelfäule die Trauben konzentriert. Die Beeren verlieren Wasser und konzentrieren Zucker, Säure und Aromastoffe.

Was ist Tokaji Aszú?

Aszú wird aus selektierten edelfaulen Beeren erzeugt, die mit Grundmost verarbeitet und anschließend langsam vergoren und gereift werden.

Was bedeutet Puttonyos?

Puttonyos geht auf die traditionellen Behälter für Aszú-Beeren zurück. Bei Oremus wird die historische Produktionslogik über die Anzahl der Aszú-Mengen beschrieben, die zu einem 136-Liter-Gönc-Fass Grundmost gegeben werden.

Ist 6 Puttonyos besser als 5?

Nicht automatisch. 6 Puttonyos steht grundsätzlich für höhere Konzentration. Qualität hängt zusätzlich von Jahrgang, Botrytis, Säure, Weinbergsqualität und persönlichem Geschmack ab.

Was ist der Unterschied zwischen 5 und 6 Puttonyos?

Bei der traditionellen Oremus-Herstellung wird für 6 Puttonyos mehr selektiertes Aszú-Material im Verhältnis zum Grundmost eingesetzt. Dadurch steigt grundsätzlich die Konzentration und Süße.

Was ist Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016?

Der 2016er ist ein besonders gut dokumentierter Jahrgang aus Furmint, Zéta und Sárgamuskotály mit hoher Botrytisprägung und sehr großer Lagerfähigkeit.

Wie viel Restzucker hat Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016?

Oremus gibt für diesen konkreten Jahrgang 201 Gramm Zucker pro Liter an.

Wie viel Säure hat Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016?

Der Hersteller nennt 11,6 Gramm pro Liter. Diese hohe Säure ist wesentlich für die Balance der starken Süße.

Wie viel Alkohol hat Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016?

Der Jahrgang besitzt laut Oremus 10,5 Volumenprozent Alkohol.

Wie viele Flaschen Aszú 6 Puttonyos 2016 wurden erzeugt?

Oremus nennt 11.500 Flaschen im 0,5-Liter-Format.

Wie lange kann Oremus Aszú 6 Puttonyos 2016 lagern?

Der Produzent nennt bei optimalen Bedingungen ein Potenzial von mehr als 40 Jahren.

Bei welcher Temperatur sollte Aszú 6 Puttonyos 2016 serviert werden?

Oremus empfiehlt für diesen konkreten Jahrgang ungefähr 8 °C.

Was ist Oremus Late Harvest?

Late Harvest ist ein süßer Tokaj-Wein aus botrytisbeeinflussten Trauben, der fruchtiger und weniger extrem konzentriert als klassischer Aszú ausgerichtet ist.

Late Harvest oder Aszú – was eignet sich besser für Einsteiger?

Late Harvest ist meist der unkompliziertere Einstieg. Aszú bietet eine deutlich konzentriertere und historisch speziellere Tokaj-Erfahrung.

Was ist Oremus Mandolás?

Mandolás ist ein trockener Furmint, den Oremus seit dem Jahrgang 2000 produziert.

Ist Mandolás süß?

Nein. Mandolás ist bewusst als trockener Furmint konzipiert.

Wie schmeckt Mandolás?

Typisch sind frische Zitrus- und Apfelaromen, florale Noten, markante Säure, Struktur und je nach Jahrgang beziehungsweise Reife zusätzliche würzige und mineralische Eindrücke.

Kann Mandolás gelagert werden?

Ja. Für den offiziell dokumentierten Jahrgang 2022 nennt Oremus mehr als zehn Jahre Lagerpotenzial unter optimalen Bedingungen.

Was ist Petrács?

Petrács ist der erste trockene Single-Vineyard-Furmint von Oremus und stammt aus einem rund vier Hektar großen historischen Weinberg in Tolcsva.

Wie alt sind die Reben in Petrács?

Beim aktuell dokumentierten Weinberg nennt Oremus ungefähr 60 Jahre alte Furmint-Reben.

Wie schmeckt Petrács?

Der Stil ist kraftvoll, würzig, konzentriert, mineralisch und salzig mit großer Länge.

Was ist Oremus Eszencia?

Eszencia wird aus dem extrem konzentrierten Saft erzeugt, der allein durch das Eigengewicht der gesammelten Aszú-Beeren austritt.

Warum hat Eszencia so wenig Alkohol?

Der Zuckergehalt ist so hoch, dass die Fermentation extrem langsam verläuft und nur ein kleiner Teil des Zuckers in Alkohol umgewandelt wird.

Wie viel Alkohol hat Oremus Eszencia?

Je nach Jahrgang liegt der Alkohol häufig nur ungefähr im Bereich von 1 bis 3 Volumenprozent.

Wie süß ist Eszencia?

Oremus dokumentiert bei verschiedenen Jahrgängen mehrere hundert Gramm Restzucker pro Liter; Werte von 500 Gramm und mehr sind möglich.

Welcher Oremus eignet sich für Einsteiger?

Für trockenen Wein ist Mandolás der sinnvollste Einstieg. Wer Süßwein kennenlernen möchte, kann mit Late Harvest beginnen und anschließend zu Aszú 5 oder 6 wechseln.

Welcher Oremus eignet sich als Geschenk?

Aszú 5 oder 6 Puttonyos eignen sich besonders für Süßweinliebhaber und größere Anlässe. Für Freunde trockener Weißweine sind Mandolás oder Petrács sinnvoller.

Welcher Oremus passt zu Blauschimmelkäse?

Aszú 5 und 6 Puttonyos sind besonders geeignet. Süße und Säure bilden einen starken Kontrast zu Salz und intensiver Käsearomatik.

Welcher Oremus passt zu Fisch?

Mandolás und Petrács sind die sinnvollsten Richtungen, weil beide trockene Furmint-Weine sind.

Welcher Oremus passt zu Foie gras?

Tokaji Aszú ist eine klassische Kombination. Säure und Süße balancieren die sehr reichhaltige Textur der Leber.

Welcher Oremus passt zu Dessert?

Late Harvest und Aszú eignen sich gut zu Aprikosen-, Orangen- und Nussdesserts. Das Dessert sollte möglichst nicht deutlich süßer als der Wein sein.

Ist Oremus für Sammler interessant?

Ja. Besonders Aszú 5 und 6 Puttonyos, Petrács und Eszencia ermöglichen Jahrgangs- und Stilvertikalen.

Ist Oremus eine sichere Geldanlage?

Nein. Seltenheit und lange Lagerfähigkeit garantieren keine Wertsteigerung. Jahrgang, Provenienz, Zustand, Nachfrage und Lagerbedingungen beeinflussen einen möglichen Sekundärmarktwert.

Muss Tokaji Aszú dekantiert werden?

In der Regel nicht zwingend. Ein geeignetes Glas und etwas Zeit reichen meist aus. Sehr alte Flaschen sollten besonders vorsichtig behandelt werden.

Wie kalt sollte Tokaji Aszú serviert werden?

Etwa 8 bis 10 °C sind für viele Oremus-Aszú-Weine ein sinnvoller Ausgangspunkt. Die konkrete Produzentenempfehlung des jeweiligen Jahrgangs sollte Vorrang haben.

Wie kalt sollte Mandolás serviert werden?

Für trockenen Furmint sind ungefähr 10 bis 12 °C sinnvoll. Oremus empfiehlt für den dokumentierten Mandolás 2022 etwa 11 °C.

Wie sollte Oremus gelagert werden?

Kühl, dunkel, erschütterungsarm und bei möglichst konstanter Temperatur. Besonders bei langjähriger Lagerung hochpreisiger Aszú- und Eszencia-Flaschen ist eine nachvollziehbare Provenienz wichtig.

Was macht Oremus besonders?

Oremus verbindet die jahrhundertealte Tokaj-Tradition der einzeln selektierten Botrytis-Beeren mit moderner Präzision und zeigt zugleich, dass Tokaj mehr als Süßwein ist. Mandolás und Petrács stehen für trockenen Furmint, Late Harvest für einen zugänglicheren süßen Stil, Aszú 5 und 6 für große edelsüße Tokaj-Weine und Eszencia für die extrem konzentrierte Spitze.

Für die Kaufentscheidung ist deshalb nicht automatisch die konzentrierteste oder seltenste Flasche die beste Wahl. Mandolás ist der sinnvollste trockene Einstieg, Late Harvest führt unkompliziert in die süße Tokaj-Welt, Aszú 5 Puttonyos ist ein klassischer großer Süßwein und Aszú 6 Puttonyos richtet sich stärker an Liebhaber maximaler Konzentration und langfristiger Entwicklung. Petrács zeigt, wie ernst Oremus trockenen Single-Vineyard-Furmint nimmt, während Eszencia als extrem seltene und konzentrierte Spezialität eine völlig eigene Kategorie bildet.

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