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Jerez vom Weinberg aus gedacht
Die Geschichte von Bodegas Luis Pérez beginnt 2002 mit Luis Pérez Rodríguez, Professor für Önologie und ehemaligem Önologen bei Domecq, und seinen Kindern. Das familiengeführte Projekt ist in der Hacienda Vistahermosa am Cerro del Corchuelo bei Jerez de la Frontera verortet. Sein Gründungsimpuls war ausdrücklich, Jerez wieder stärker vom Weinberg aus zu denken – nicht allein von den traditionellen Kellereisystemen her.
Dazu greift das Weingut auf das historische Konzept der Pagos-Zonierung im Marco de Jerez zurück. Parzellen werden nicht zu einer undifferenzierten Herkunft zusammengefasst, sondern unterschiedlich vinifiziert. Diese Arbeitsweise macht den einzelnen Weinberg zum Ausgangspunkt der Interpretation und prägt die Markenidentität stärker als eine bloße regionale Zuordnung.
Parzellen, Rebsorten und historische Jerez-Stile
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wiederbelebung der Tintilla. Die erste dokumentierte Ernte dieses Projekts stammt aus dem Jahr 2011 und umfasste lediglich 600 Flaschen. Die Rebsortenarbeit steht damit im Zusammenhang einer breiteren Suche nach dem vitikulturellen Ursprung von Jerez.
2013 begann Bodegas Luis Pérez ein eigenes Jerez-Projekt mit Weinen aus dem Weinberg. Im Zentrum steht dabei die Finca El Corregidor im Pago Carrascal. Zur historischen Ausrichtung gehören Jerez-Weine im alten Stil ohne Aufspritung, bei denen die Parzelle ausdrücklich den wichtigsten Bezugspunkt bildet. Palmas, Cortados und Rayas werden in diesem Zusammenhang als dokumentierte Weinlinien genannt.
Das Markenspektrum
Die offizielle Weinübersicht ordnet das Portfolio in drei Bereiche: Vinos de Pasto, Jereces und Tranquilos. Namen wie La Escribana, La Barajuela, Garum und Samaruco stehen dabei für die unterschiedliche Ausrichtung des Hauses – von weinbergsbezogenen Jerez-Interpretationen bis zu Stillweinen. Für die Einordnung ist entscheidend, die Weine nicht ausschließlich über den Ortsnamen Jerez zu lesen: Bodegas Luis Pérez betont Parzelle, historische Zonierung und die Rückbindung an den Weinbau als zusammenhängendes Arbeitsprinzip.