Castellare di Castellina

Castellare di Castellina ist ein Weingut und eine Weinmarke im Chianti-Gebiet der Toskana. Die Marke entstand in den 1970er-Jahren aus dem Zusammenschluss von vier Gütern und verbindet ihre Geschichte mit einer konsequenten Orientierung an autochthonen toskanischen Rebsorten.

Der erste dokumentierte Jahrgang stammt aus dem Jahr 1977. Prägend sind außerdem ein gemeinsam mit den Universitäten Mailand und Florenz angelegter Versuchsweinberg zur wissenschaftlichen Selektion von Sangiovese-Klonen, das Stieglitz-Symbol und historische Entscheidungen wie der frühe Einsatz kleiner französischer Eichenfässer neben glasierten Betontanks.

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Aus vier Gütern zu einer Weinmarke

Castellare di Castellina entstand in den 1970er-Jahren auf Initiative von Paolo Panerai durch die Zusammenlegung der vier Güter Castellare, Caselle, San Niccolò und Le Case. Die erste dokumentierte Ernte beziehungsweise der erste Jahrgang von Castellare di Castellina datiert auf 1977.

Die Weinberge liegen im Chianti-Gebiet der Toskana. In der offiziellen Beschreibung werden sonnige Expositionen, gute Drainage, Kalkmergel, Galestro und ein geringer Lehmanteil genannt. Für die Chianti-Classico-Philosophie hebt Castellare den Einsatz autochthoner toskanischer Rebsorten hervor – als bewusste Alternative zu Cuvées, die einheimische und internationale Sorten miteinander verbinden.

Sangiovese-Forschung im Weinberg

Eine besondere Rolle in der Markengeschichte spielt ein experimenteller Weinberg im Chianti. Er wurde gemeinsam mit der Universität Mailand und der Universität Florenz angelegt, um Sangiovese-Klone wissenschaftlich zu selektieren. Diese Forschung gehört damit zur Geschichte von Castellare di Castellina und dokumentiert die Beschäftigung mit einer zentralen toskanischen Rebsorte auf genetischer und weinbaulicher Ebene.

Historische Kellerentscheidungen und der Stieglitz

Castellare zählt zu den frühen italienischen Kellereien, die kleine französische Eichenfässer einsetzten. Zugleich blieb die Verwendung glasierter Betontanks Teil der Kellereigeschichte. Beide Elemente stehen für konkrete technische Entscheidungen in der Entwicklung der Weinbereitung.

Auf dem ersten Jahrgang von 1977 erschien ein Stieglitz (Carduelis carduelis). Die offizielle Markengeschichte verbindet den Vogel mit dem Schutz der Vogelwelt und mit dem Verzicht auf den weit verbreiteten Einsatz von Pestiziden im Weinbau. Das Motiv gehört damit zur historischen Zeichensprache der Marke.

Mehr als Wein

Die Markenwelt von Castellare di Castellina umfasst laut Produzentenbeschreibung neben Wein auch Olivenöl, Grappa und weitere Qualitätsprodukte. Zum Anwesen gehört zudem ein angebotenes Aufenthaltserlebnis. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung aus vier Gütern, die Chianti-Verankerung, die Arbeit mit autochthonen toskanischen Rebsorten und die dokumentierte Sangiovese-Forschung.

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