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Eine Familie, zwei Ausdrucksformen
Hinter Castellroig Sabaté i Coca, S.A. steht ein Weingut in Sant Pere de Riudebitlles, Barcelona, innerhalb der DO Penedès. Die Familie Sabaté i Coca führt ihre Tätigkeit als Winzer im Vall del Bitlles bis ins Jahr 1885 zurück. Diese historische Einordnung beschreibt die Familienidentität des Betriebs, nicht lediglich eine einzelne Weinlinie.
Besonders nachvollziehbar wird das Profil durch die Aufteilung in zwei Marken. Castellroig bezeichnet Weine, die der Produzent als harmonisierte Terroir-Cuvées beschreibt. Sabaté i Coca steht dagegen für Weine aus einzelnen besonderen Parzellen. Die Namen stehen damit für zwei unterschiedliche Arten, das eigene Rebflächen- und Terroirverständnis auszudrücken: einmal die Verbindung mehrerer Herkünfte, einmal die Konzentration auf einen einzelnen Parzellencharakter.
Parzellenarbeit als Grundlage
Die Finca Sabaté i Coca umfasst nach Angaben des Weinguts 40 Hektar, gegliedert in 18 unterschiedliche Böden und 66 Parzellen. Jede dieser Parzellen wird separat mikrovinifiziert. So sollen die unterschiedlichen Terroirs für beide Marken getrennt ausgedrückt werden.
Der Produzent beschreibt die Weine als vollständig auf dem eigenen Betrieb erzeugt. Genannt werden ökologische Trauben, traditionelle Rebsorten und Handlese. Diese Angaben markieren konkrete Entscheidungen in Bewirtschaftung und Ernte; sie ersetzen keine pauschale Aussage über den Geschmack einzelner Jahrgänge.
Reife als festgelegter Bestandteil der Weinlinien
Auch bei der Reife unterscheidet die offizielle Terroir-Weinseite die beiden Linien: Für Castellroig nennt sie mindestens 18 Monate, für Sabaté i Coca mindestens 38 Monate. Dabei handelt es sich um Mindestangaben der jeweiligen Weinlinien, nicht um eine Jahrgangsbezeichnung. Wer die Marke einordnet, sollte deshalb zwischen dem Erntejahr eines Weins, seiner Abfüllung und der vom Produzenten angegebenen Mindestreife unterscheiden.
So entsteht das unterscheidbare Profil von Castellroig Sabaté i Coca weniger durch eine einzelne Herkunftsbehauptung als durch das Zusammenspiel von Familiengeschichte, eigener Rebfläche, getrennter Mikrovinifikation und einer klaren Zuordnung der Weine zu zwei Markenlogiken.