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Ein Weingut – nicht die gesamte Appellation
Château Margaux bezeichnet ein Weingut in der Médoc-Region im Südwesten Frankreichs. Die Appellation Margaux hingegen ist ein geografisch abgegrenztes Weinbaugebiet mit mehreren klassifizierten Gütern. Diese Unterscheidung ist wesentlich: Ein Wein mit der Herkunftsbezeichnung Margaux stammt nicht automatisch von Château Margaux.
Die Stellung des Gutes in der Geschichte des Bordeaux ist präzise benannt: Château Margaux wurde 1855 als Premier Grand Cru Classé eingestuft. Diese Klassifikation ist ein historischer Rang innerhalb der damals geschaffenen Bordeaux-Klassifikation und gehört zur Identität des Hauses.
Das Anwesen umfasst heute 265 Hektar, von denen rund 100 Hektar mit Reben bepflanzt sind. Zu den übrigen Flächen zählen unter anderem Gebäude, Wälder und Wiesen.
Für eine allgemeine Einordnung der Region und ihrer Begriffe bietet der Bordeaux-Wein-Ratgeber weiterführenden Kontext.
Architektur und Familienführung
Das heutige Château entstand zwischen 1805 und 1815 nach Entwürfen des Architekten Louis Combes. Seit 1946 steht das architektonische Ensemble als historisches Monument Frankreichs unter Schutz. Damit ist der bauliche Bestand nicht bloß Kulisse des Weinguts, sondern ein offiziell geschützter Teil seines kulturellen Erbes.
Seit 1977 prägt die Mentzelopoulos-Familie die Leitung und Entwicklung von Château Margaux. Im Jahr 2023 ging die operative Führung von Corinne Mentzelopoulos auf ihren Sohn Alexis über. Diese zeitliche Kontinuität bildet einen wichtigen Rahmen der jüngeren Geschichte des Gutes.
Die Weinlinien von Château Margaux
Das offiziell dargestellte Portfolio umfasst den Grand Vin du Château Margaux, Pavillon Rouge du Château Margaux, Margaux du Château Margaux, Pavillon Blanc du Château Margaux und Pavillon Blanc Second Vin. Die Namen stehen für eigenständige Linien des Produzenten; sie sollten nicht mit allgemeinen Bezeichnungen der Appellation verwechselt werden.
Pavillon Rouge: die historische zweite rote Linie
Die Geschichte des zweiten Weins reicht unter verschiedenen Bezeichnungen zurück. Zunächst wurde er als „Château-Margaux 2me vin“ geführt; die Bezeichnung Pavillon Rouge verwendete der Produzent nach eigenen Angaben bereits 1906. Der Name verweist damit auf eine gewachsene Linie innerhalb des Hauses und nicht auf eine nachträglich geschaffene Kategorie.
Margaux du Château Margaux: Entwicklung ab dem Jahrgang 2009
Der Jahrgang 2009 markierte für den dritten Rotwein einen Wendepunkt. Partien, die zuvor als Fass- beziehungsweise Bulkwein behandelt wurden, erhielten fortan eine eigene Fassreife und wurden als eigenständige Linie in Flaschen abgefüllt. Heute trägt dieser Wein den Namen Margaux du Château Margaux. Der Schritt zeigt konkret, wie sich die interne Gliederung des roten Portfolios weiterentwickelt hat.
Die weißen Linien
Mit Pavillon Blanc du Château Margaux und Pavillon Blanc Second Vin führt das Gut auch zwei offiziell benannte weiße Linien. Ihr Platz im Portfolio macht deutlich, dass die Weinwelt von Château Margaux nicht allein über die roten Abfüllungen beschrieben werden kann.