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Vom gemischten Landwirtschaftsbetrieb zum Weingut
Die Geschichte von Domaine Rietsch beginnt nicht mit einer anonymen Herkunftsbezeichnung, sondern mit einer Familie, die laut eigener Darstellung seit dem 17. Jahrhundert in Mittelbergheim ansässig und mit Rebe und Wein verbunden ist. Pierre und Doris Rietsch gründeten Anfang der 1970er-Jahre den namensgebenden Betrieb. Dafür wandelten sie die zuvor auf Polykultur ausgerichtete Landwirtschaft in einen reinen Weinbaubetrieb um.
Heute führen Jean-Pierre Rietsch und seine Ehefrau Sophie das Domaine. Der Sitz liegt in Mittelbergheim, im Elsass, Frankreich. Damit verbindet die Marke eine klar benennbare Familiengeschichte mit einer vergleichsweise präzise dokumentierten Entwicklung des Betriebs.
Zwischen historischen Fässern und neuen Vinifikationsideen
Im Keller stehen weiterhin große Holzfässer, die seit drei Generationen zum Betrieb gehören. Diese Foudres bilden keinen bloßen historischen Hintergrund, sondern gehören zur beschriebenen Kellerstruktur von Domaine Rietsch.
Gleichzeitig versteht sich das Haus bei der Vinifikation als experimentierfreudig. Genannt werden insbesondere Maischegärungen für sogenannte Orangeweine. Der Begriff bezeichnet hier keine eigene Herkunftskategorie, sondern verweist auf eine Herstellungsweise, die Domaine Rietsch als Teil seiner experimentellen Ansätze beschreibt.
Die perpetuelle Cuvée
Eine weitere Besonderheit ist die perpetuelle Cuvée. Sie entsteht, indem ältere Jahrgänge mit Mosten beziehungsweise Weinen der jüngsten Ernte verschnitten werden. Anders als bei einem einzelnen Jahrgang steht bei diesem Verfahren also die fortlaufende Verbindung verschiedener Ernten im Mittelpunkt.
So treten bei Domaine Rietsch zwei Zeitebenen deutlich hervor: die über Generationen bewahrten Holzfässer und die historische Verankerung der Familie einerseits, neue Verfahren wie Maischegärungen und das fortlaufende Cuvée-Prinzip andererseits. Gerade diese Kombination beschreibt die Eigenart des Betriebs genauer als eine pauschale Stilzuordnung.