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Eine Produzentenwelt statt einer feststehenden Weinlinie
Raúl Pérez Bodegas y Viñedos lässt sich nicht auf einen einzelnen Markennamen oder eine unveränderliche Kollektion reduzieren. Die offizielle Produzentenseite beschreibt die Bodega ausdrücklich als nicht konventionell organisiert. Weinberge, Marken und Weintypen verändern sich fortlaufend – ein Organisationsprinzip, das die einzelnen Projekte wichtiger macht als eine einheitliche Dachmarkenlogik.
Die biografische Verbindung von Raúl Pérez zu Castro Ventosa in Valtuille und zum Bierzo bildet dabei den Ausgangspunkt. 2003 markiert den Beginn seines ersten persönlichen Projekts unter dem Namen Ultreia. Aus dieser Linie entwickelte sich eine umfangreiche Gruppe von Weinreferenzen, die neben Spanien auch Kooperationen in Portugal und Südafrika umfasst.
Herkunft wird parzellenweise erzählt
Die Arbeitsweise stellt den Boden, das individuelle Klima und den jeweiligen Reifezeitpunkt in den Mittelpunkt. Möglichst geringe Eingriffe sollen Weine hervorbringen, die nicht standardisiert sind. Das ist weniger als pauschale Stilformel zu verstehen, sondern als Hinweis darauf, weshalb einzelne Flaschen innerhalb derselben Linie unterschiedliche Herkunftsprofile tragen.
Ultreia Petra veranschaulicht dieses Prinzip: Der Wein stammt aus einem einzelnen Mencía-Weinberg in Valtuille de Abajo, der auf Schieferböden liegt und nach Osten ausgerichtet ist. Ultreia De Paluezas wiederum ist ein reinsortiger Mencía aus einer südexponierten Parzelle mit Lehmboden. Für diesen Wein nennt die offizielle Beschreibung außerdem ein Jahr Ausbau sowie den Verzicht auf Filtration und Stabilisierung. Jahrgang und Ausbau sind dabei getrennte Angaben: Der Jahrgang bezeichnet das Erntejahr, während der Ausbau die anschließende Reifephase des Weins beschreibt.
Ultreia und La Vizcaína unterscheiden
Ultreia ist das 2003 gestartete persönliche Projekt und zugleich eine weit verzweigte Referenzengruppe. La Vizcaína de Vinos wird dagegen als eigenständiges Projekt innerhalb der Markenwelt beschrieben. Im Mittelpunkt stehen dort unterschiedliche Terroirs und Ausrichtungen von Valtuille; Mencía ist die Hauptrebsorte. Wer sich mit Raúl Pérez beschäftigt, sollte diese Namen daher nicht als bloße Varianten einer einzigen Weinlinie lesen, sondern als unterschiedliche organisatorische und geografische Zugänge.