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Das macht Jacquesson besonders interessant für Weinfreunde, die Champagner nicht nur als festliches Getränk suchen, sondern sich mit Jahrgangseinfluss, Terroir, niedriger Dosage, Chardonnay, Pinot Noir und langer Hefereife beschäftigen möchten.
Gleichzeitig ist die Marke erstaunlich vielseitig: Eine Cuvée 700 kann ein anspruchsvoller Einstieg in Jacquesson sein, ein später degorgierter 700 D.T. richtet sich stärker an Liebhaber gereifter Champagner und die seltenen Lieu-dit-Abfüllungen aus einzelnen Weinbergen sind besonders für erfahrene Genießer und Sammler interessant.
Wer Begriffe wie Extra Brut, Brut Nature und Brut zunächst grundsätzlich einordnen möchte, findet im Ratgeber Brut, trocken und Extra Dry einfach erklärt die wichtigsten Unterschiede.
Was macht Champagne Jacquesson besonders?
Seit 1798: eines der historischen Champagnerhäuser
Champagne Jacquesson wurde 1798 von Claude und Memmie Jacquesson in Châlons-sur-Marne gegründet und zählt damit zu den traditionsreichen Häusern der Champagne.
Bereits im 19. Jahrhundert spielte Innovation eine wichtige Rolle. Adolphe Jacquesson ließ 1844 den sogenannten Muselet patentieren – den Drahtkorb, der bis heute den Korken einer Champagnerflasche sichert.
Auch Johann Joseph Krug arbeitete zeitweise als Kellermeister unter Adolphe Jacquesson, bevor er später sein eigenes Champagnerhaus gründete.
Nach schwierigeren Jahrzehnten übernahm 1924 die Familie de Tassigny das Unternehmen. 1974 folgte die Familie Chiquet und verlagerte die Maison nach Dizy. Jean Chiquet und später Laurent und Jean-Hervé Chiquet stellten Terroir, Präzision und einzelne Parzellen immer stärker in den Mittelpunkt.
Ende 2022 begann ein neues Kapitel mit der Eingliederung von Jacquesson in Artémis Domaines. Die grundlegende Ausrichtung auf kleine Erträge, präzise Parzellenarbeit, niedrige Dosage und herkunftsorientierte Champagner wurde fortgesetzt.
36 Hektar Grand Cru und Premier Cru
Die eigenen Weinberge umfassen rund 36 Hektar klassifizierte Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen. Sie konzentrieren sich auf einige besonders wichtige Orte der Champagne:
- Aÿ,
- Dizy,
- Hautvillers,
- Champillon,
- Avize,
- Oiry.
Damit verbindet Jacquesson zwei unterschiedliche Landschaften: die Grande Vallée de la Marne mit bedeutenden Pinot-Noir-Herkünften und die Côte des Blancs mit besonders wichtigen Chardonnay-Lagen.
Kreide ist in den Weinbergen allgegenwärtig, liegt aber je nach Parzelle unterschiedlich tief unter Lehm, Sand, Schluff, Kies oder anderen Bodenbestandteilen.
Genau diese Unterschiede sollen im fertigen Champagner nicht verschwinden. Jacquesson versucht vielmehr, die einzelnen Weinberge zunächst möglichst präzise zu verstehen und ihre Unterschiede später in Assemblage oder Einzellagenwein sichtbar zu machen.
Biologischer Weinbau, Holzfässer und wenig Eingriffe
Die eigenen Weinberge werden biologisch bewirtschaftet und sind seit 2010 entsprechend zertifiziert.
Im Keller verfolgt Jacquesson ebenfalls einen eher zurückhaltenden Ansatz. Verwendet werden ausschließlich die Säfte der ersten Pressung. Die Weine werden auf der Hefe in großen Holzfässern vinifiziert und ausgebaut.
Auf Schönung und Filtration wird verzichtet. Die Klärung soll möglichst natürlich erfolgen.
Auch die Dosage fällt bei vielen Abfüllungen sehr niedrig aus. Dadurch wird der Champagner nicht automatisch „besser“, aber seine Säure, Struktur, Bodenprägung und Jahrgangsunterschiede werden weniger durch zusätzliche Süße überdeckt.
Das ist ein wichtiger Punkt für die Kaufentscheidung: Wer weichen, milden und fruchtbetonten Champagner bevorzugt, kann Jacquesson teilweise als sehr trocken empfinden. Für Liebhaber präziser Extra-Brut- und niedrig dosierter Champagner ist genau das dagegen ein zentraler Reiz.
Cuvée 700 verstehen: Was bedeuten 746, 747, 748 oder 749?
Die Cuvée-700-Serie ist der wichtigste Schlüssel zum Verständnis von Champagne Jacquesson.
Bis Ende der 1990er-Jahre produzierte das Haus wie viele andere Champagnerhäuser einen klassischen Brut ohne Jahrgang. Ab dem Jahr 2000 änderten Laurent und Jean-Hervé Chiquet die Idee grundlegend.
Statt jedes Jahr möglichst denselben Hausgeschmack zu reproduzieren, sollte künftig die bestmögliche Cuvée aus der jeweiligen Ernte entstehen. Der Hauptjahrgang bildet den größten Teil der Assemblage, Reserveweine aus früheren Cuvées ergänzen ihn.
Jede Ausgabe darf deshalb bewusst anders schmecken.
Die erste dieser neuen Cuvées trug die Nummer 728. Die Nummer stammte aus dem damaligen Kellerbuch, in dem die Abfüllungen seit dem hundertjährigen Bestehen des Hauses fortlaufend verzeichnet worden waren.
Seitdem wird die Serie weitergezählt.
| Bezeichnung | Was bedeutet sie? | Was bedeutet sie nicht? |
|---|---|---|
| Cuvée 746 | Eine bestimmte Ausgabe der fortlaufenden 700-Serie | Nicht Jahrgang 1746 und keine Qualitätsstufe |
| Cuvée 747 | Nächste eigenständige Komposition der Serie | Nicht automatisch besser als 746 |
| Cuvée 748 | Auf der Ernte 2020 aufgebaute Assemblage mit Reserveweinen | Kein reiner 2020er-Jahrgangschampagner |
| Cuvée 749 | Auf der Ernte 2021 aufgebaute Assemblage mit Reserveweinen | Nicht automatisch qualitativ über 748 |
Die wichtigste Kaufregel lautet deshalb: Eine höhere Jacquesson-Nummer bedeutet neuer, aber nicht automatisch besser.
Jacquesson 747: warum die Nummer beim Geschmack wichtig ist
Cuvée 747 basiert überwiegend auf der Ernte 2019. Dieser Jahrgang war bei Jacquesson stärker durch die Pinot-Herkünfte aus Aÿ, Dizy, Hautvillers und Champillon geprägt als durch Chardonnay aus Avize und Oiry.
Das Haus beschreibt die Ernte als strukturiert, ausgewogen, lang und komplex und hebt ausdrücklich den stärkeren Pinot-Charakter hervor.
Wer nach Jacquesson 747 Geschmack oder einer Beschreibung der Cuvée sucht, sollte sie deshalb nicht pauschal als Chardonnay- oder Blanc-de-Blancs-Champagner einordnen.
Gerade dieser Jahrgang zeigt gut, warum die Nummernserie sinnvoll ist: Die Gewichtung der Rebsorten und Herkünfte verändert sich mit der jeweiligen Ernte.
Jacquesson 748 und 749: gleiche Idee, andere Ernte
Bei Cuvée 748 bildet die Ernte 2020 die Grundlage. Zusätzlich wurden Reserveweine aus mehreren vorherigen Cuvées verwendet. Chardonnay prägt diese Assemblage stärker.
Cuvée 749 basiert dagegen auf der Ernte 2021. Auch hier ergänzen Reserveweine die Hauptlese. In dieser Cuvée spielt Chardonnay trotz des schwierigen Vegetationsverlaufs ebenfalls eine wichtige Rolle.
Gerade der Vergleich von 747, 748 und 749 zeigt, weshalb Jacquesson nicht versucht, jede Ausgabe exakt gleich schmecken zu lassen.
Für Weinfreunde kann es deshalb interessanter sein, zwei unterschiedliche Nummern nebeneinander zu probieren, als zweimal dieselbe Ausgabe zu kaufen.
Wie schmeckt Jacquesson Cuvée 700?
Eine pauschale Geschmacksbeschreibung ist bewusst schwierig, weil sich jede Nummer unterscheidet.
Typisch für die grundsätzliche Stilrichtung sind jedoch trockener Geschmack, lebendige Säure, feine bis kräftige Struktur, Zitrus, Apfel und reifere gelbe Früchte sowie mit zunehmender Entwicklung Brioche, Nüsse, Gewürze und geröstete Noten.
Chardonnay-geprägte Ausgaben können heller, zitrischer, kreidiger und präziser wirken. Pinot-betontere Cuvées können stärker in Richtung Struktur, gelbe beziehungsweise rote Frucht, Würze und Vinosität gehen.
Durch die niedrige Dosage treten Säure und mineralische beziehungsweise salzige Eindrücke häufig deutlicher hervor als bei einem weicheren Brut-Champagner.
| Gesuchter Geschmack | Jacquesson kann passen, wenn … |
|---|---|
| Sehr trockener Champagner | Extra Brut und geringe Dosage ausdrücklich gewünscht sind. |
| Terroir und Jahrgangsunterschiede | verschiedene Nummern bewusst miteinander verglichen werden sollen. |
| Mehr Weincharakter | Champagner nicht nur leicht und aperitifartig wirken soll. |
| Reifearomen | Brioche, Nuss, Gewürz und längere Hefereife interessant sind. |
| Milder, weicher Stil | eher nicht – sehr niedrige Dosage kann deutlich straffer wirken. |
Extra Brut: Warum Jacquesson oft besonders trocken wirkt
Mehrere Cuvées der Maison bewegen sich im Extra-Brut-Bereich und teilweise noch darunter.
Bei Cuvée 748 wurden beispielsweise nur rund zwei Gramm Dosage pro Liter angegeben. Auch Cuvée 749 liegt bei etwa zwei Gramm pro Liter.
Damit liegen diese Champagner sehr weit am trockenen Ende des Spektrums.
Das bedeutet aber nicht, dass sie geschmacklich dünn sein müssen. Reife Trauben, Hefelager, Holzfassausbau und Reserveweine können viel Textur und aromatische Tiefe erzeugen.
Wer bisher hauptsächlich klassische Brut-Champagner oder etwas mildere Schaumweine trinkt, sollte trotzdem mit einer deutlich trockeneren Wahrnehmung rechnen.
Was bedeutet D.T. oder Dégorgement Tardif?
Neben den regulären Cuvées 700 gibt es ausgewählte Ausgaben als Dégorgement Tardif beziehungsweise D.T..
Dabei bleibt der Champagner wesentlich länger auf der Hefe und wird deutlich später degorgiert.
Das verlängerte Hefelager verändert den Charakter. Die ursprüngliche Frische bleibt ein wichtiger Bestandteil, gleichzeitig können Brioche, Gebäck, Nüsse, Gewürze und andere Reifearomen stärker hervortreten.
Ein regulärer 700er und die spätere D.T.-Version derselben Grundcuvée ermöglichen dadurch einen besonders interessanten Vergleich:
- gleiche beziehungsweise eng verwandte Ausgangsbasis,
- unterschiedlich lange Hefereife,
- anderer Degorgierzeitpunkt,
- und dadurch ein deutlich veränderter Entwicklungsstand.
Für erfahrene Champagnerliebhaber und Sammler kann dieser Vergleich wesentlich spannender sein als die reine Suche nach der seltensten Flasche.
Einzellagen: Champ Caïn, Corne Bautray, Terres Rouges und Vauzelle Terme
Die sogenannten Lieu-dit-Champagner treiben die Terroir-Idee noch weiter. Hier wird nicht eine große Assemblage verschiedener Herkunftsorte erzeugt, sondern der Blick auf eine einzelne Parzelle konzentriert.
| Einzellage | Ort | Rebsorte | Charakter der Idee |
|---|---|---|---|
| Avize Champ Caïn | Avize | Chardonnay | Grand-Cru-Chardonnay aus einer einzelnen Parzelle |
| Dizy Corne Bautray | Dizy | Chardonnay | Alte Chardonnay-Reben an einem steileren Hang |
| Dizy Terres Rouges | Dizy | Pinot Noir | Pinot Noir aus tiefem rötlich-kalkigem Boden |
| Aÿ Vauzelle Terme | Aÿ | Pinot Noir | Kleine südexponierte Pinot-Noir-Parzelle |
Diese Weine zeigen besonders deutlich, dass „Jacquesson Champagner“ kein einheitlicher Geschmack ist.
Champ Caïn und Corne Bautray bestehen beide aus Chardonnay, stammen aber aus unterschiedlichen Böden und Expositionen. Terres Rouges und Vauzelle Terme basieren wiederum auf Pinot Noir und zeigen andere Terroirs.
Für erfahrene Champagnertrinker bietet sich damit ein Vergleich an, der eher an große Stillweine erinnert: Was verändert der konkrete Weinberg?
Avize Champ Caïn: Chardonnay und Côte des Blancs
Champ Caïn liegt in Avize am unteren Teil eines Südhanges. Die Parzelle umfasst rund 1,3 Hektar und ist mit Chardonnay bepflanzt.
Der Boden enthält kalkhaltige, tonig-sandig-schluffige Bestandteile und Kreidekies über Campanien-Kreide.
Für Käufer, die Blanc de Blancs, Chardonnay oder die Côte des Blancs besonders schätzen, ist diese Einzellage deshalb ein nachvollziehbarer Einstieg in die rareren Seiten von Jacquesson.
Dizy Corne Bautray: Chardonnay auf steilerem Hang
Corne Bautray liegt in Dizy deutlich höher und steiler. Die rund einen Hektar große Parzelle ist ebenfalls mit Chardonnay bepflanzt.
Der Boden unterscheidet sich jedoch klar von Champ Caïn: lehmige Bestandteile und Meulière-Gestein liegen über Kreide.
Gerade der Vergleich dieser beiden Chardonnay-Lagen zeigt, warum die Rebsorte allein für die Geschmackserwartung nicht ausreicht.
Terres Rouges und Vauzelle Terme: Pinot Noir im Fokus
Dizy Terres Rouges und Aÿ Vauzelle Terme konzentrieren sich auf Pinot Noir.
Terres Rouges liegt an einem flacheren Osthang auf einem tiefen rötlich-braunen Kalkboden.
Vauzelle Terme ist wesentlich kleiner und liegt an einem deutlich steileren, nach Süden ausgerichteten Hang in Aÿ.
Für Pinot-Noir-Fans sind solche Weine besonders spannend, weil sie zeigen, wie unterschiedlich dieselbe rote Rebsorte innerhalb der Champagne auftreten kann.
Welcher Jacquesson passt zu welchem Käufer?
| Kaufgrund | Sinnvolle Richtung | Warum? |
|---|---|---|
| Jacquesson erstmals kennenlernen | Cuvée 700 | Sie verkörpert die zentrale Philosophie des Hauses am besten. |
| Sehr trockenen Champagner suchen | Aktuelle Cuvée 700 / Extra Brut | Niedrige Dosage, klare Säure und viel Terroircharakter. |
| Zwei Champagner vergleichen | Zwei verschiedene 700er-Nummern | Der Jahrgangscharakter und die Zusammensetzung verändern sich bewusst. |
| Gereifte Champagneraromen suchen | Dégorgement Tardif | Längere Hefereife bringt eine andere Entwicklungsphase ins Glas. |
| Chardonnay-Fan beschenken | Champ Caïn oder Corne Bautray, sofern verfügbar | Einzellage und Rebsorte bilden einen klaren fachlichen Geschenkbezug. |
| Pinot-Noir-Sammler | Terres Rouges oder Vauzelle Terme, sofern verfügbar | Einzelne Pinot-Noir-Parzellen ermöglichen gezielte Terroirvergleiche. |
| Champagner für ein anspruchsvolles Dinner | Cuvée 700 | Vinosität und trockener Stil machen die Serie vielseitig zu Speisen. |
Jacquesson als Geschenk: für wen passt die Marke?
Jacquesson ist weniger ein Geschenk für jemanden, der hauptsächlich eine bekannte Luxusmarke oder eine möglichst auffällige Flasche erwartet.
Der Geschenkcharakter entsteht eher aus Weinwissen, Terroir und Entdeckung.
Die Marke passt deshalb besonders gut zu:
- Champagnerliebhabern, die bereits große Häuser kennen,
- Fans von Extra Brut und niedriger Dosage,
- Weinfreunden, die Burgund und Einzellagenweine mögen,
- Chardonnay- oder Pinot-Noir-Liebhabern,
- Sammlern unterschiedlicher Jahrgänge und Degorgements,
- und Genießern, die Champagner regelmäßig zum Essen trinken.
Eine Cuvée 700 eignet sich für einen Geburtstag, ein Jubiläum, Weihnachten oder ein hochwertiges Gastgebergeschenk, wenn der Empfänger trockene Champagner mag.
Eine D.T.-Ausgabe oder ein Lieu-dit richtet sich eher an erfahrene Kenner, für die Herkunft und Reifemethode mehr Bedeutung besitzen als reine Markenbekanntheit.
Jacquesson als Hochzeits- oder Jubiläumsgeschenk?
Das funktioniert besonders gut, wenn die Flasche nicht nur wegen des Anlasses ausgewählt wird.
Bei einer Cuvée 700 entspricht die Nummer nicht dem Jahrgang. Wer beispielsweise einen Champagner mit Bezug zu einem Hochzeitsjahr sucht, muss deshalb prüfen, welche Ernte die jeweilige Cuvée hauptsächlich prägt.
Bei einer Einzellage oder einer D.T.-Abfüllung kann dagegen die besondere Herkunft beziehungsweise lange Reife die Geschichte des Geschenks bilden.
Für Empfänger ohne ausgeprägtes Interesse an trockenem Champagner ist eine niedrig dosierte Jacquesson-Cuvée möglicherweise weniger geeignet als ein runderer klassischer Brut.
Was ist für Sammler besonders interessant?
Jacquesson bietet ungewöhnlich viele Möglichkeiten, eine Sammlung nach einem klaren Konzept aufzubauen.
Eine erste Möglichkeit ist die Nummernfolge der Cuvées 700. Mehrere aufeinanderfolgende Ausgaben zeigen unterschiedliche Ernten, Rebsortenverhältnisse und Reserveweine.
Eine zweite Möglichkeit ist der Vergleich von Cuvée 700 und Dégorgement Tardif.
Eine dritte Variante konzentriert sich auf die Einzellagen.
Mögliche Sammlungsideen sind damit:
- Cuvée 746, 747, 748, 749 und folgende Nummern vergleichen,
- eine reguläre Cuvée und ihre spätere D.T.-Version gegenüberstellen,
- Champ Caïn und Corne Bautray als zwei Chardonnay-Terroirs vergleichen,
- Terres Rouges und Vauzelle Terme als Pinot-Noir-Vergleich sammeln,
- oder dieselbe Einzellage aus mehreren Erntejahren verfolgen.
Bei älteren Flaschen sollten Provenienz, Lagerhistorie, Degorgierzeitpunkt, Etikett, Kapsel und allgemeiner Zustand berücksichtigt werden.
Eine ältere Jacquesson-Nummer ist nicht automatisch besser oder wertvoller. Gerade bei Champagner kann schlechte Lagerung einen wesentlich größeren Einfluss haben als die Seltenheit einer einzelnen Ausgabe.
Eine zukünftige Wertsteigerung lässt sich nicht garantieren. Für private Sammler sind Geschmack, Vergleichbarkeit, Herkunft und nachvollziehbare Lagerung die sinnvolleren Gründe.
Welches Essen passt zu Champagne Jacquesson?
Der sehr trockene Stil und die ausgeprägte Vinosität machen Jacquesson besonders interessant zum Essen. Säure und Kohlensäure können Fett und Cremigkeit auffrischen, während Hefereife, Holzfassausbau und reifere Frucht auch komplexere Speisen tragen.
| Gericht | Passende Jacquesson-Richtung | Warum? |
|---|---|---|
| Austern | Cuvée 700 mit Chardonnay-Fokus | Säure, Kreide und niedrige Dosage greifen Salz und maritime Noten auf. |
| Jakobsmuscheln | Cuvée 700 oder Champ Caïn | Leichte natürliche Süße und Röstaromen harmonieren mit Chardonnay und Hefereife. |
| Sushi und Sashimi | Junge Cuvée 700 | Trockener Stil, Säure und feine Perlage funktionieren gut zu rohem Fisch und Umami. |
| Steinbutt oder Seezunge | Chardonnay-geprägte Cuvée oder Einzellage | Mehr Textur und Reife tragen hochwertige Fischgerichte. |
| Geflügel mit Pilzen | Reifere Cuvée 700 oder D.T. | Hefereife, Nuss und Pilzaromen können sich gegenseitig ergänzen. |
| Kalb | Pinot-geprägte Cuvée 700 | Mehr Vinosität und Struktur begleiten feines Fleisch ohne schwer zu wirken. |
| Comté | D.T. oder gereifte Cuvée 700 | Nuss, Salz und Umami harmonieren mit langen Hefereife- und Röstnoten. |
| Parmesan | Cuvée 700 | Säure und Perlage gleichen Salz und Fett aus. |
Mehr Kombinationen für Fisch, Fleisch, Käse und unterschiedliche Zubereitungen zeigt der Ratgeber Welcher Wein passt zu welchem Essen?.
Jacquesson als Aperitif oder zum ganzen Essen?
Natürlich kann eine Cuvée 700 als Aperitif serviert werden. Gerade bei Jacquesson lohnt es sich aber, den Champagner nicht nach dem ersten Gang wegzustellen.
Die niedrige Dosage, Säure und weinige Struktur ermöglichen Kombinationen von Meeresfrüchten über Fisch bis zu Geflügel und gereiftem Käse.
Bei einer D.T.-Abfüllung kann ein stärker auf Reife ausgerichtetes Menü mit Pilzen, Geflügel oder gereiftem Käse besonders interessant sein.
Die Marke richtet sich damit stark an Käufer, die Champagner als Wein zum Essen und nicht ausschließlich als Getränk zum Anstoßen betrachten.
Wie kalt sollte Jacquesson serviert werden?
Sehr kalter Champagner zeigt weniger Aroma. Gerade ein komplexer Extra Brut sollte deshalb nicht dauerhaft nahe Kühlschrank-Minimaltemperatur serviert werden.
Etwa 9 bis 11 °C sind für eine junge Cuvée 700 eine gute Ausgangsbasis. Gereifte D.T.- oder Einzellagen-Champagner dürfen sich im Glas auch etwas wärmer entwickeln.
Ein tulpenförmiges Champagnerglas oder ein mittelgroßes Weißweinglas gibt solchen Champagnern mehr Raum als eine extrem schmale Flöte.
Praktische Hinweise zum Kühlen bietet der Beitrag Wie lange soll man Champagner kühlen?.
Kann man Champagne Jacquesson lagern?
Ja. Die Cuvée-700-Serie wird ausdrücklich mit Reifepotenzial konzipiert, und die Existenz der D.T.-Varianten zeigt, welche Bedeutung zusätzliche Zeit für die Maison besitzt.
Junge Flaschen zeigen häufiger Zitrus, Frucht und direkte Spannung. Mit weiterer Flaschenreife können Brioche, Nuss, Gewürze und andere tertiäre Aromen stärker werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ältere Flaschen grundsätzlich besser schmecken. Manche Genießer bevorzugen bewusst die Energie einer jüngeren Cuvée.
Für längere Lagerung sind konstante kühle Temperaturen, Dunkelheit und möglichst geringe Erschütterung wichtig. Bei bereits älteren Flaschen zählt außerdem die gesamte Lagerhistorie vor dem Kauf.
Weitere Grundlagen stehen im Ratgeber Wein richtig lagern.
Häufige Fragen zu Champagne Jacquesson
Was ist Champagne Jacquesson?
Jacquesson ist ein 1798 gegründetes Champagnerhaus mit Sitz in Dizy. Die Maison bewirtschaftet rund 36 Hektar Grand-Cru- und Premier-Cru-Weinberge und ist besonders für die fortlaufend nummerierten Cuvées 700 bekannt.
Was bedeutet die Zahl bei Jacquesson Champagner?
Die Zahl bezeichnet eine fortlaufende Ausgabe der Cuvée-700-Serie. Sie ist kein Jahrgang und keine Qualitätsnote. Jede Nummer wird hauptsächlich von einer bestimmten Ernte geprägt und mit Reserveweinen ergänzt.
Warum beginnt Jacquesson mit Cuvée 728?
Die Nummerierung geht auf ein historisches Kellerbuch zurück. Als die neue Cuvée-700-Idee mit der Ernte 2000 startete, war dort die 728. registrierte Abfüllung erreicht. Deshalb begann die neue Serie mit Cuvée 728.
Ist Jacquesson 747 ein Blanc de Blancs?
Nein. Cuvée 747 ist keine reine Chardonnay-Cuvée. Die auf der Ernte 2019 basierende Assemblage wurde sogar stärker von den Pinot-Herkünften aus Aÿ, Dizy, Hautvillers und Champillon geprägt. Chardonnay aus Avize und Oiry bildet nur einen Teil des Gesamtbildes.
Wie schmeckt Jacquesson 747?
Die Maison beschreibt die zugrunde liegende Ernte als strukturiert, ausgewogen, lang und komplex und hebt die stärkere Pinot-Prägung hervor. Der konkrete Eindruck einer Flasche hängt zusätzlich von Degorgement, Lagerung und Entwicklungsstand ab.
Was bedeutet Jacquesson 748?
Cuvée 748 ist eine Ausgabe der fortlaufenden 700-Serie. Sie basiert hauptsächlich auf der Ernte 2020 und enthält zusätzlich Reserveweine früherer Cuvées. Chardonnay prägt diese Assemblage deutlich.
Was bedeutet Jacquesson 749?
Cuvée 749 basiert hauptsächlich auf der Ernte 2021 und wird ebenfalls durch Reserveweine ergänzt. Auch diese Nummer ist keine Qualitätsstufe gegenüber 748, sondern eine neue eigenständige Komposition.
Ist eine höhere Jacquesson-Nummer besser?
Nein. Eine höhere Nummer bedeutet lediglich, dass es sich um eine spätere Ausgabe handelt. Unterschiedliche Vegetationsjahre, Rebsortenanteile und Reserveweine führen bewusst zu unterschiedlichen Charakteren.
Welche Rebsorten verwendet Jacquesson?
Im Mittelpunkt stehen Chardonnay und Pinot Noir; auch Meunier kann Bestandteil der Assemblagen sein. Welche Rebsorte eine Cuvée stärker prägt, hängt von Ernte und Herkunft ab.
Ist Jacquesson Extra Brut?
Viele aktuelle Cuvées besitzen eine sehr niedrige Dosage und liegen im Extra-Brut-Bereich. Der genaue Wert sollte immer für die konkrete Ausgabe geprüft werden.
Was bedeutet D.T. bei Jacquesson?
D.T. steht für Dégorgement Tardif, also spätes Degorgieren. Diese Flaschen verbringen wesentlich länger auf der Hefe als die reguläre Ausgabe und zeigen dadurch eine andere Reifeentwicklung.
Was ist der Unterschied zwischen Jacquesson 700 und 700 D.T.?
Die D.T.-Version basiert auf derselben beziehungsweise eng verwandten Ausgangscuvée, erhält jedoch eine wesentlich längere Hefereife und wird später degorgiert. Dadurch treten häufig komplexere Reifearomen stärker hervor.
Was ist Jacquesson Champ Caïn?
Champ Caïn ist eine einzelne Chardonnay-Parzelle in Avize. Die rund 1,3 Hektar große Lage gehört zu den raren Lieu-dit-Champagnern von Jacquesson.
Was ist Jacquesson Corne Bautray?
Corne Bautray ist eine Chardonnay-Einzellage in Dizy. Die Parzelle liegt an einem steileren Hang und besitzt andere Bodenbedingungen als Champ Caïn.
Was ist Jacquesson Terres Rouges?
Terres Rouges ist eine Pinot-Noir-Parzelle in Dizy. Ihr tiefgründiger rötlich-kalkiger Boden gab der Lage ihren Namen.
Was ist Jacquesson Vauzelle Terme?
Vauzelle Terme ist eine kleine Pinot-Noir-Parzelle in Aÿ. Sie liegt an einem südexponierten Hang und gehört zu den besonders seltenen Einzellagenabfüllungen der Maison.
Ist Jacquesson biologisch?
Die eigenen Weinberge von Jacquesson werden biologisch bewirtschaftet und sind seit 2010 zertifiziert.
Welcher Jacquesson eignet sich für Einsteiger?
Eine reguläre Cuvée 700 ist der sinnvollste Einstieg, weil sie die zentrale Philosophie der Maison zeigt. Für den ersten Kauf ist eine aktuell verfügbare Nummer meist sinnvoller als eine seltene ältere Einzellage.
Welcher Jacquesson eignet sich als Geschenk?
Eine Cuvée 700 eignet sich für Champagnerliebhaber, die trockene, terroirgeprägte Weine mögen. D.T.- und Einzellagenabfüllungen sind eher für erfahrene Kenner geeignet.
Ist Jacquesson ein gutes Geschenk für eine Hochzeit?
Für ein weinaffines Paar kann die Marke sehr gut passen. Wichtig ist allerdings, dass die Nummer einer Cuvée 700 nicht dem Jahrgang entspricht. Für einen persönlichen Jahresbezug muss die zugrunde liegende Haupternte geprüft werden.
Ist Jacquesson für Sammler interessant?
Ja. Die fortlaufende 700-Serie, D.T.-Abfüllungen und seltene Einzellagen ermöglichen mehrere klare Sammlungsstrategien. Entscheidend sind Provenienz, Degorgierinformationen und sachgerechte Lagerung.
Welches Essen passt zu Jacquesson?
Besonders gut funktionieren Austern, Jakobsmuscheln, Sushi, hochwertiger Fisch, Geflügel, Pilzgerichte und gereifter Hartkäse. Die passende Kombination hängt auch davon ab, ob die konkrete Cuvée eher Chardonnay- oder Pinot-geprägt und jung oder bereits gereift ist.
Bei welcher Temperatur sollte Jacquesson serviert werden?
Für eine junge Cuvée 700 sind ungefähr 9 bis 11 °C eine gute Ausgangsbasis. Komplexe gereifte Champagner dürfen sich anschließend im Glas etwas weiter erwärmen.
Kann man Jacquesson lange lagern?
Viele Cuvées besitzen gutes Entwicklungspotenzial. Die D.T.-Serie zeigt ausdrücklich, dass zusätzliche Hefereife und Zeit ein wichtiger Teil der Philosophie sind. Die optimale Lagerdauer hängt aber von konkreter Cuvée, Lagerhistorie und gewünschtem Geschmacksprofil ab.
Was macht Champagne Jacquesson besonders?
Besonders ist die konsequente Abkehr von der Idee eines jedes Jahr identisch schmeckenden Non-Vintage-Champagners. Die Cuvées 700 stellen stattdessen den Charakter der jeweiligen Haupternte in den Mittelpunkt. Hinzu kommen niedrige Dosage, biologische Weinbergsarbeit, Ausbau in großen Holzfässern, lange Hefereife sowie seltene Einzellagen aus Chardonnay und Pinot Noir.
Für die Kaufentscheidung ist deshalb nicht die höchste Nummer oder seltenste Flasche automatisch die beste Wahl. Cuvée 700 ist der zentrale Einstieg und eignet sich besonders für Liebhaber trockener, terroirgeprägter Champagner. Dégorgement Tardif richtet sich an Genießer stärker entwickelter Reifearomen, während Champ Caïn, Corne Bautray, Terres Rouges und Vauzelle Terme besonders für erfahrene Champagnerfans und Sammler interessant sind. Wer verschiedene Nummern nebeneinander probiert, versteht die Philosophie von Jacquesson häufig besser als über eine einzelne vermeintliche Spitzenflasche.