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Ein parzelliertes Terroir mit Cabernet Franc im Zentrum
Cheval Blanc lässt sich nicht auf eine einheitliche Bodenformel reduzieren. Das Gut beschreibt ein Mosaik aus Lehm-, Kies- und sandgeprägten Böden, gegliedert in 56 Parzellen. Diese Vielfalt ist ein wesentlicher Rahmen für die Arbeit im Weinberg und die Zusammenstellung der Weine.
Bemerkenswert ist der Rebsatz: Cabernet Franc ist die vorherrschende Sorte, neben Merlot und Cabernet Sauvignon. Damit besitzt Cheval Blanc innerhalb von Saint-Émilion ein klar umrissenes Rebenprofil, das nicht mit einer ausschließlich merlotgeprägten Lesart des rechten Bordeaux-Ufers gleichzusetzen ist. Einen allgemeinen Überblick zu Herkunftsgebieten und Cuvées bietet der Bordeaux-Wein-Ratgeber.
Geschichte: mittelalterliche Wurzeln, Neuordnung im 19. Jahrhundert
Nach der offiziellen Historie geht die heutige Grundkonfiguration des Besitzes auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. 1832 erwarb Jean-Jacques Ducasse den Kern des Guts; dieses Datum steht für den Beginn einer dokumentierten modernen Erneuerung. So verbindet der Name Cheval Blanc eine lange Besitzgeschichte mit einer im 19. Jahrhundert neu gefassten Entwicklung.
Grand Vin, Le Petit Cheval und Petit Cheval Blanc
Zum Cheval-Blanc-Portfolio gehören neben dem Grand Vin drei weitere eng verbundene Weine. Le Petit Cheval wird dabei als eigenständiger Rotwein geführt – nicht als anderes Flaschenformat des Grand Vin. Die Bezeichnungen sollten daher stets als unterschiedliche Weine gelesen werden.
Mit Petit Cheval Blanc gibt es außerdem eine eigenständige trockene Weißweinlinie. Ihre Entwicklung begann nach dem Erwerb von Château La Tour du Pin im Jahr 2006; der erste präsentierte Jahrgang war 2014. Diese Linie gehört zur Geschichte von Cheval Blanc, folgt jedoch einer eigenen weißen Ausrichtung.
Die Klassifikation nicht fortschreiben
Château Cheval Blanc erklärte im Juli 2021 seinen Rückzug aus der Klassifikation Premier Grand Cru Classé A. Diese frühere Einstufung ist deshalb kein aktueller Klassifikationsstatus des Weinguts. Für eine sachliche Einordnung sind die historische Bedeutung der Bezeichnung und die heutige Entscheidung des Châteaus voneinander zu trennen.