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Vom Garage-Raum zur Saint-Émilion-Klassifikation
Valandraud entstand nicht als traditionsreiches Château mit großer Rebfläche, sondern als kleinteiliges Vorhaben von Murielle Andraud und Jean-Luc Thunevin. Der Ausgangspunkt war 1991 eine 0,6 Hektar große Parzelle im Vallon de Fongaban. Die ersten Partien wurden in einem zu einem Keller umgebauten Garage-Raum vinifiziert. Damit ist Château Valandraud unmittelbar mit der Entstehungsgeschichte der als vins de garage bezeichneten Bordeaux-Weine verbunden.
Die Entwicklung des Guts ist auch anhand der Saint-Émilion-Klassifikation fassbar: 2012 wurde Château Valandraud zum Premier Grand Cru Classé befördert; 2022 wurde dieser Status bestätigt. Dieser Rang bezeichnet eine Klassifikation des Weinguts und ist von einer Herkunftsbezeichnung zu unterscheiden.
Weinberge auf dem Plateau von Saint-Étienne-de-Lisse
Der Weinberg umfasst nach Angaben des Erzeugers inzwischen 10,70 Hektar auf dem tonig-kalkigen Plateau von Saint-Étienne-de-Lisse. Ab 1999 investierten Andraud und Thunevin dort in kühlere, spät reifende Terroirs. Für den auf der Historienseite beschriebenen Rebflächenbestand nennt das Gut 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon.
Die Sortenverteilung beschreibt den Weinbergsbestand, nicht zwingend die Zusammensetzung jedes einzelnen Jahrgangs. Gerade bei Bordeaux ist diese Unterscheidung wesentlich: Eine Assemblage wird für einen konkreten Jahrgang zusammengestellt, während die Bepflanzung die längerfristige Grundlage bildet.
Virginie de Valandraud
Neben Château Valandraud führt das Gut mit Virginie de Valandraud einen eigenen Zweitwein. Die Bezeichnung ist damit klar vom Namen des klassifizierten Château-Valandraud-Weins abzugrenzen.