- All
- Favorite
- Popular
- Most rated
Eine Marke zwischen Elsass und Deutschland
Schieferkopf bündelt Weine aus dem Rheingebiet, genauer aus dem Elsass und verschiedenen deutschen Herkunftsgebieten. Die offizielle Markendarstellung nennt neben dem Elsass die Anbaugebiete Baden, Franken und Pfalz. Damit ist Schieferkopf nicht auf eine einzige regionale Herkunft festgelegt: Für die Einordnung ist die konkrete Angabe auf dem Etikett entscheidend.
Das Projekt steht im Umfeld von M. CHAPOUTIER, das Schieferkopf als Erschließung elsässischer und deutscher Terroirs beschreibt. Die rechtliche Betreiberin der offiziellen Website ist C5 SCHIEFERKOPF, eine französische SARL mit Sitz in Tain-l’Hermitage.
Blauer Schiefer als konkreter Bezugspunkt
Besonders klar wird das Profil an den elsässischen Riesling-Parzellen. Die Weinberge für Via Saint-Jacques befinden sich in den Gemeinden Reichsfeld und Bernardvillé und liegen auf blauem Schiefer. Auch der Lieu-dit Fels wird mit einer elsässischen Blauschieferader verbunden, deren Untergrund als präkambrisch beschrieben wird. Damit ist für den elsässischen Teil der Marke ein konkreter Bezug zu blauem Schiefer belegt; daraus sollte jedoch keine Aussage über jede Herkunft des Gesamtportfolios abgeleitet werden.
Elsässische Parzellenweine und deutsche Herkünfte
Zum ausgewiesenen elsässischen Portfolio gehören drei Riesling-Parzellenweine mit der Bezeichnung AOC Alsace. Die Parzellenherkunft schafft innerhalb dieser Linie eine genauere geografische Einordnung als die bloße Rebsortenangabe. Demgegenüber weisen Baden, Franken und Pfalz auf deutsche Herkünfte hin. Diese Angaben sollten deshalb getrennt gelesen werden, auch wenn alle Weine unter dem gemeinsamen Markennamen Schieferkopf erscheinen.
Für Via Saint-Jacques ist außerdem eine ökologische Zertifizierung seit dem Jahrgang 2015 angegeben. Diese Information bezieht sich auf diesen Wein und sollte nicht ohne Weiteres auf sämtliche Schieferkopf-Weine übertragen werden. Ebenso bezeichnet ein Jahrgang eine konkrete Ernte; er ist keine eigenständige Klassifikationsstufe.
Worauf bei der Einordnung zu achten ist
Bei einer Flasche Schieferkopf geben zunächst Herkunft und Bezeichnung die belastbarste Orientierung: Der ausgewiesene Lieu-dit Fels bezeichnet eine konkret benannte elsässische Parzellenherkunft. Die offiziellen Angaben nennen für Schieferkopf elsässische AOC-Alsace-Parzellenweine sowie deutsche Weine aus Baden, Franken und der Pfalz. So lässt sich die Verbindung der Marke über den Rhein hinweg nachvollziehen, ohne unterschiedliche Gebiete oder einzelne Herstellungsangaben zu einer einheitlichen Stilbehauptung zusammenzufassen.