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Ein junges Domaine mit festem Ortsbezug
Die Geschichte von Domaine Thillardon beginnt nicht mit einer über Generationen weitergereichten Familiengründung, sondern mit Paul-Henri Thillardon, der sich 2008 im Alter von 22 Jahren in Chénas niederließ. Sein Bruder Charles stieß später zum Betrieb hinzu; 2014 war er offiziell an der Leitung beteiligt. Der Sitz liegt in der Gemeinde Chénas im Beaujolais, unmittelbar an der Grenze zur AOC Moulin-à-Vent.
Aus dem zunächst persönlich benannten Projekt Paul-Henri Thillardon entwickelte sich damit das gemeinsam geführte Domaine Thillardon. Der Markencharakter entsteht vor allem aus der konzentrierten Arbeit innerhalb von Chénas: Das Betriebsprofil unterscheidet vier Climats, also klar benannte Herkunftsbereiche, mit Les Blémonts, Les Boccards, Les Carrières und Chassignol.
Vier Climats, eine präzise Herkunftserzählung
Besonders anschaulich ist Les Carrières. Die Anlage wird als erste Rebanlage des Betriebs beschrieben und liegt auf dem Gelände einer ehemaligen Sandgrube beziehungsweise auf einer alten alluvialen Terrasse. Zahlreiche gerollte Kiesel prägen diesen ungewöhnlichen geologischen Hintergrund. Les Carrières ist damit nicht lediglich eine weitere Bezeichnung, sondern steht innerhalb der Domaine-Geschichte für einen konkret charakterisierten Ort.
Auch die Bewirtschaftung ist Teil dieser Herkunftsarbeit. Das dokumentierte historische Profil beschreibt den gesamten damaligen Betrieb als biologisch bewirtschaftet. Ein Teil von Chassignol wurde zusätzlich mit dem Pferd und biodynamisch bearbeitet. Diese Angaben sind zeitlich an die jeweilige Betriebsbeschreibung gebunden, markieren aber deutlich den arbeitsintensiven, parzellenbezogenen Ansatz.
Zurückhaltende Vinifikation
Für die damals beschriebenen klassischen Terroir-Cuvées nennt das Domaine einen Beginn der Gärung mit indigenen Hefen. Die Maischezeit lag bei etwa drei Wochen; auf Umwälzung wurde verzichtet, und die Weine wurden nur wenig filtriert. Die Vinifikationen erfolgten laut diesem Betriebsprofil ohne zugesetzten Schwefel und ohne Chaptalisierung, also ohne nachträgliche Zugabe von Zucker zur Erhöhung des potenziellen Alkoholgehalts.
Damit lässt sich Domaine Thillardon fachlich weniger über eine breit angelegte Markenwelt als über die genaue Verankerung in Chénas charakterisieren: ein junges Familienprojekt, vier benannte Climats und eine Kellerphilosophie, die den Herkunftsgedanken mit möglichst wenigen Eingriffen fortführt.