Weißwein Sorten aus der Steiermark – Winzer & Wein Empfehlungen

Steirische Weißweine begeistern durch ihre Lebendigkeit und ein unverwechselbares Aromenspiel. Wer neugierig ist, entdeckt in der Steiermark eine Schatzkammer an Aromen und Stilrichtungen – von spritzig-frisch bis kraftvoll und ausdrucksstark. Die hügelige Landschaft der Steiermark schafft ideale Bedingungen für den Anbau unterschiedlichster Rebsorten. Winzerinnen und Winzer verbinden überliefertes Wissen mit moderner Kellertechnik und bringen charaktervolle Weine in die Flasche. Jeder Tropfen erzählt von der Landschaft, dem Klima und der Leidenschaft der Winzerinnen und Winzer.

Die wichtigsten steirischen Weißweinsorten: Charakterköpfe im Glas

Die Steiermark gilt als Weißweinland par excellence. Jede Rebsorte bringt eine eigene Persönlichkeit ins Glas. Sauvignon Blanc, Morillon (Chardonnay), Welschriesling, Weißburgunder, Gelber Muskateller, Grauburgunder, Traminer und Riesling zählen zu den Hauptdarstellern.

  • Sauvignon Blanc: Die Steiermark glänzt international mit Sauvignon Blanc. Typisch sind Aromen von Stachelbeere, Holunderblüte und Paprika, ergänzt durch mineralische Frische. Manche Weine erinnern an exotische Früchte, andere wirken kühl, fast salzig. Sauvignon Blanc aus der Südsteiermark zählt zu den besten in ganz Europa.
  • Morillon (Chardonnay): Die steirische Antwort auf Chardonnay zeigt sich vielseitig: von cremig-nussig bis saftig und mineralisch. Im Barrique entwickeln sich Tiefe und Komplexität, die an Apfel, Birne und feine Würze erinnern.
  • Welschriesling: Spritzigkeit und Leichtigkeit zeichnen ihn aus. Noten von grünem Apfel und Zitrus machen ihn zum idealen Begleiter für die Jause oder als Aperitif.
  • Weißburgunder (Pinot Blanc): Elegant und zurückhaltend, jung meist neutral, mit zunehmender Reife nussiger und schmelziger. Er harmoniert wunderbar mit feinen Speisen.
  • Gelber Muskateller: Aromatische Frische, Muskatnoten und ein Hauch von Blüten verführen die Sinne. Leicht und verspielt, passt perfekt zu Sommerabenden.
  • Grauburgunder (Pinot Gris): Zarte Frucht, manchmal Karamell, kräftig im Geschmack, mit höherem Alkoholgehalt. Schmeckt ausgezeichnet zu Wild oder Pasteten.
  • Traminer: Eine alte Rebsorte, duftet nach Rosen und exotischen Gewürzen. Die Südoststeiermark bringt besonders ausdrucksstarke Varianten hervor – trocken bis edelsüß.
  • Riesling: Elegant mit feiner Säure, der Duft erinnert an Pfirsich, Marille oder Rosen. Besonders in der Südsteiermark entstehen ausdrucksvolle Rieslinge.

Weinbauregionen auf einen Blick: Weststeiermark, Vulkanland, Südsteiermark

Die Steiermark teilt sich in drei Weinbaugebiete – jedes mit unverwechselbarem Charakter. Klima, Boden und Höhenlage schaffen beste Voraussetzungen für aromatische, sortentypische Weine.

Weststeiermark: Schilcherheimat und Terroir-Geheimnisse

Die Weststeiermark liegt an den Ausläufern der Koralpe und Reinischkogel und reicht bis zur slowenischen Grenze. Markenzeichen ist der Schilcher – ein Rosé aus der Blauen Wildbachertraube. Er leuchtet von zartrosa bis rubinrot, prickelt vor Frische und begeistert mit feiner Säure. Die Böden bestehen aus kristallinem Urgestein und Schiefer, die Lagen liegen zwischen 400 und 600 Metern, was den Weinen eine unverwechselbare Klarheit verleiht.

  • Typische Sorten: Schilcher (Blauer Wildbacher), Weißburgunder, Morillon, Muskateller, Blauer Zweigelt, Müller-Thurgau, Welschriesling
  • Bekannte Weinorte: St. Stefan ob Stainz, Stainz, Bad Gams, Deutschlandsberg, Wildbach, Groß St. Florian, Eibiswald

Vulkanland Steiermark: Feuer im Boden, Eleganz im Glas

Das Vulkanland verdankt seinen Namen den zahlreichen erloschenen Vulkanen, deren Basaltböden und eisenreiche Erde für mineralische, kräftige Weißweine sorgen. In der Region um Klöch duftet der Traminer nach Rosen, in Straden dominiert der Grauburgunder. Das Klima ist heißer, die Weine zeigen oft eine reife Frucht und ausgeprägte Struktur.

  • Typische Sorten: Traminer, Welschriesling, Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Morillon, Blauer Zweigelt
  • Bekannte Weinorte: Klöch, Riegersburg, St. Anna am Aigen, Kapfenstein, Tieschen, Straden, Gleichenberg, St. Peter am Ottersbach

Südsteiermark: Die steirische Toskana

Hügelige Landschaften, mediterranes Flair und steile Lagen prägen die Südsteiermark. Hier entstehen einige der besten Sauvignon Blancs Österreichs, begleitet von Welschriesling, Weißburgunder, Muskateller und Morillon. Die Böden sind steinig und sandig, die Regenmengen fließen rasch ab – ideale Bedingungen für frische, aromatische Weine. Die Weinlese erfolgt meist in Handarbeit, denn Maschinen kommen an die steilen Hänge nicht heran.

  • Typische Sorten: Sauvignon Blanc, Welschriesling, Weißburgunder, Gelber Muskateller, Morillon
  • Bekannte Weinorte: Gamlitz, Leutschach, Ehrenhausen, Spielfeld, Kitzeck im Sausal, Ratsch, Glanz, Silberberg

Das DAC-System: Herkunft, Qualitätsstufen und steirische Besonderheiten

DAC – Districtus Austriae Controllatus – garantiert typische, gebietseigene Weine. Die Steiermark besitzt drei DAC-Gebiete: Südsteiermark, Vulkanland, Weststeiermark. Anders als in anderen Regionen Österreichs steht nicht eine Sorte im Mittelpunkt, sondern das Herkunftsgebiet. Nur neun klassische Sorten (siehe oben) sowie daraus gemischte Cuvées dürfen als steirische DAC-Weine auf den Markt kommen.

Das DAC-System unterscheidet drei Qualitätsstufen:

  • Gebietsweine: Frisch, leicht und typisch für die jeweilige Region. Sie repräsentieren das Terroir und sind schon früh nach der Ernte erhältlich.
  • Ortsweine: Die Reben wachsen innerhalb einer bestimmten Gemeinde. Die Herkunft steht auf dem Etikett im Vordergrund, die Rebsorte etwas im Hintergrund. Ortsweine spiegeln die Besonderheiten von Böden und Mikroklima wider und dürfen einen maximalen Restzuckergehalt von 4 g/l haben (Ausnahme: Traminer aus Klöch).
  • Riedenweine: Die Spitze der Qualitätspyramide. Riedenweine stammen aus klar abgegrenzten Einzellagen mit spezifischem Mikroklima und Boden. Sie bringen besonders charaktervolle, langlebige Weine hervor.

Eine Besonderheit der steirischen DAC-Weine: Handlese ist Pflicht. Die Winzerinnen und Winzer investieren viel Zeit und Sorgfalt in die Ernte, was sich in der Qualität der Weine widerspiegelt.

Regionale Sorten und ihre Charakteristika: Genuss von Schilcher bis Traminer

Weststeiermark: Schilcher – ein Unikat

Schilcher entsteht aus der Blauen Wildbachertraube und gehört zu den erfrischendsten Roséweinen Europas. Zarte Frucht, animierende Säure, ein Spiel von rosa bis rubinrot – Schilcher passt wunderbar zur steirischen Jause oder leichten Gerichten im Sommer. Neben der klassischen Variante gibt es auch Schilchersekt und Schilchersturm.

Vulkanland Steiermark: Traminer und Grauburgunder

Der Klöcher Traminer trägt den Beinamen „Wein mit dem Duft der Rose“. Sein intensives Aroma, die feine Süße und die würzige Note machen ihn einzigartig. Der Grauburgunder aus Straden überzeugt mit Kraft und Dichte, während der Blauer Zweigelt als Rotweinvariante immer mehr Liebhaber findet.

Südsteiermark: Sauvignon Blanc und mehr

Südsteirische Sauvignon Blancs beeindrucken mit Vielschichtigkeit. Hier verbinden sich tropische Frucht, rauchige Mineralik und kühle Frische zu einem harmonischen Gesamtbild. Welschriesling und Weißburgunder entfalten sich elegant und animierend. Der Gelbe Muskateller lockt mit verspielter Frucht und floralen Noten, ideal als Aperitif.

Winzerempfehlungen: Porträts ausgezeichneter Weingüter

Steirische Weingüter genießen international einen hervorragenden Ruf. Jahr für Jahr bestätigen Weinführer wie Falstaff, VINARIA und wein.pur die Qualität der Region. Die Winzerinnen und Winzer setzen auf die Verbindung aus Handarbeit und Tradition sowie Innovation und Nachhaltigkeit. Viele Familienbetriebe bewirtschaften ihre Lagen seit Generationen.

  • Familienweingut Tement (Südsteiermark): Berühmt für Sauvignon Blanc mit enormer Tiefe, Finesse und Lagerpotenzial. Das Weingut erzielt regelmäßig Spitzenbewertungen in den wichtigsten Guides.
  • Weingut Sattlerhof (Südsteiermark): Spezialisiert auf Sauvignon Blanc und Morillon. Die Weine überzeugen durch Präzision und Eleganz. Sattlerhof gewann den Falstaff-Preis für den besten Sauvignon Blanc.
  • Weingut Erwin Sabathi (Südsteiermark): Sein Chardonnay/Morillon zählt zu den besten Österreichs. Sabathi setzt auf biodynamische Bewirtschaftung.
  • Weingut Gross (Südsteiermark): Präsentiert Sauvignon Blanc und Morillon mit klarer Handschrift und Terroir-Charakter. Die Familie Gross steht für nachhaltige Weinproduktion.
  • Weingut LacknerTinnacher (Südsteiermark): Spezialisiert auf Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Morillon. Die Weine zeigen Frische, Balance und Tiefe.
  • Weingut Neumeister (Vulkanland): Bekannt für elegante Grauburgunder, Traminer und Sauvignon Blanc. Die Weine spiegeln die vulkanischen Böden wider.
  • Weingut Krispel (Vulkanland): Ausgezeichnet für Grauburgunder und Muskateller, punktet mit nachhaltiger Landwirtschaft.
  • Weingut Frühwirth (Vulkanland): Punktsieger für Gelben Traminer und Gewürztraminer. Frühwirth setzt auf Handarbeit und schonende Verarbeitung.
  • Weingut Muster.Gamlitz (Südsteiermark): Fünf Kronen im Vinaria-Guide. Sauvignon Blancs und Morillon zählen zu den Spezialitäten.
  • Weingut Wohlmuth (Südsteiermark): Fünf Kronen im Vinaria-Guide, renommierte Rieslinge und Sauvignon Blancs.

Viele weitere Weingüter lohnen einen Besuch – jede Region bietet ihre eigenen Stars. Wer neue Favoriten sucht, probiert am besten direkt vor Ort und lässt sich von den Winzern beraten.

Weinempfehlungen: Herausragende Weißweine und ihre Besonderheiten

Jeder dieser Weine bringt das Terroir und die Handschrift des Winzers zum Ausdruck. Einige Empfehlungen für Genießer:

  • Sauvignon Blanc Ried Zieregg (Tement): vielschichtig, mineralisch, mit Noten von Stachelbeere und Holunder. Langes Finale, großes Reifepotenzial.
  • Morillon Ried Pössnitzberg (Erwin Sabathi): cremig, elegant, mit feiner Holznote und mineralischer Frische. Zeigt, wie groß steirischer Chardonnay sein kann.
  • Weißburgunder Ried Steinbach (LacknerTinnacher): klar, präzise, mit nussigen und floralen Noten. Ideal zu feinen Fischgerichten.
  • Gelber Muskateller Ried Nussberg (Krispel): explosiv in der Nase, fruchtig und animierend am Gaumen. Ein perfekter Aperitif.
  • Traminer Klöch (Neumeister): Rosenblüten, dezente Süße, exotische Würze. Ein Wein für besondere Momente.
  • Riesling Edelschuh (Wohlmuth): hochmineralisch, mit Zitrus und Pfirsich, packende Säure, enormes Lagerpotenzial.
  • Grauburgunder Ried Neumeister (Neumeister): kraftvoll, saftig, mit feiner Karamellnote und langem Nachhall.

Weinerlebnis Steiermark: Routen, Verkostungen und Buschenschänken

Genießer erleben die Steiermark am besten mit allen Sinnen. Zahlreiche Weinstraßen führen durch die drei Regionen:

  • Schilcher Weinstraße in der Weststeiermark
  • Klöcher und Südoststeirische Hügelland-Weinstraße im Vulkanland
  • Südsteirische und Sausaler Weinstraße in der Südsteiermark

Auf dem Weg locken Vinotheken und Weingüter mit kommentierten Verkostungen und Kellerführungen. Besonders charmant sind die Buschenschänken – traditionelle Jausenstationen, in denen regionale Spezialitäten und hauseigene Weine serviert werden. Hier genießen die Gäste mit Blick auf die Weinberge, oft begleitet von den typischen Windrädern, den „Klapotetz“.

Fazit: Steirische Weißweine – Vielfalt, Charakter und pure Lebensfreude

Steirische Weißweine verbinden Ursprünglichkeit und Innovation, Handarbeit und höchste Qualität. Die Vielfalt an Rebsorten, die unterschiedlichen Terroirs und die Kreativität der Winzerinnen und Winzer schaffen eine Genusswelt, die ihresgleichen sucht. Wer sich auf das Abenteuer Steiermark einlässt, entdeckt nicht nur große Namen, sondern auch viele junge Talente und überraschende Geschmacksprofile.

Am meisten Freude macht es, die steirischen Weißweine selbst zu probieren – direkt beim Winzer, auf einer der Weinstraßen oder gemütlich zu Hause. Mit jedem Glas wächst die Begeisterung für diese lebendige, vielfältige Weinregion.

Redaktion
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