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Eine Familiengeschichte, die in Arola beginnt
Die Weinbaugeschichte von Camillo Donati reicht offiziell bis zu Orlando Donati zurück. Er legte 1930 in Arola einen kleinen Weinberg für den Familienverbrauch an. In dieser frühen Familiengeschichte erscheint bereits eine bemerkenswerte Rebsortenbreite: genannt werden unter anderem Barbera, Bonarda, Sangiovese, Lambrusco Maestri, Grasparossa und Malvasia Aromatica di Candia. Der heutige Betrieb wird unter der Adresse Via Costa 3/A in Località Barbiano, Felino, Parma geführt.
Damit lässt sich Camillo Donati nicht auf eine einzelne Rebsorte reduzieren. Aussagekräftiger ist die Verbindung aus familiärer Weinbaugeschichte und einer Kellerarbeit, die den natürlichen Ausgangspunkt der Trauben möglichst wenig technisch überformt.
Traubeneigene Hefen und Refermentation in der Flasche
Nach eigener Darstellung vergärt der Betrieb sämtliche Trauben mit den Hefen, die auf den Trauben vorhanden sind. Auf selektionierte Hefen, Enzyme, Säuerung und Schönung wird verzichtet. Das beschreibt eine konkrete Herstellungsentscheidung, nicht bloß eine allgemeine Stilbezeichnung: Die Gärung soll aus dem vorhandenen Traubenmaterial heraus entstehen, ohne die genannten önologischen Eingriffe.
Bei ausgewählten Weinen folgt eine natürliche Refermentation in der Flasche. Als Zuckerquelle dienen dabei teilweise vergorene Moste. Die Kohlensäure entsteht in diesem Verfahren durch die erneute Gärung in der Flasche; es handelt sich somit um eine andere Arbeitsweise als eine bloße Karbonisierung. Weil diese Methode nur für ausgewählte Weine genannt wird, ist sie als charakteristische Praxis der Marke einzuordnen, nicht als pauschale Aussage über jede Abfüllung.
Persönliche Weinlinien: Malvasia Rosa und Ribelle
Besonders eng mit der Familiengeschichte verbunden ist Malvasia Rosa. Der Wein entstand laut Produzent erstmals 2009 als persönliche Widmung an Rosetta, die Mutter des Winzers. Die roséfarbene Anmutung wird durch einen kleinen Anteil roter Trauben erzielt. Die Linie steht damit nicht nur für eine Rebsortenidee, sondern auch für einen biografischen Bezug innerhalb der Marke.
Ribelle wiederum ist eine eigenständige Interpretation von Barbera. Dafür wird Barbera früh gelesen, spontan vergoren und anschließend für eine Refermentation in der Flasche vorbereitet. Der Name „Ribelle“ – also „rebellisch“ – verweist auf diese bewusst eigenständige Behandlung einer Rebsorte, die in der Familiengeschichte des Betriebs bereits genannt wird.
Wer Camillo Donati fachlich einordnet, sollte deshalb drei Ebenen zusammen betrachten: den Beginn der Familiengeschichte in Arola im Jahr 1930, die Arbeit mit traubeneigenen Hefen und den Verzicht auf die ausdrücklich genannten Zusätze sowie die individuellen Weine, in denen sich die Flaschenrefermentation unterschiedlich konkretisiert. Gerade diese Verbindung macht die Marke als eigenständigen Betrieb im Raum Parma greifbar.